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21. Oktober 2013

Mieten statt kaufen

Für zehn Franken im Monat so viel Musik herunterladen wie man will, und das ganz legal: Kein Problem mit Google Play Music.

Gut fürs Portmonee: Musik mieten statt kaufen
Gut fürs Portmonee: Musik mieten statt kaufen (Bild: Getty Images).

Seit Oktober bietet Google seinen Dienst «Play Music» in der Schweiz an. Dieser ermöglicht bei einer Anmeldung bis zum 15. November 2013 für einen Monatsbeitrag von 9.95 Franken (spätere Registrierung Fr. 11.95) unbegrenzt viele, legale Downloads aus einem Songkatalog von 18 Millionen Titeln. Diese lassen sich von unterwegs und zu Hause beliebig oft anhören — auch am Handy ohne Internetverbindung.

Nutzer kaufen die Musik aber nicht, sondern mieten sie. Das bedeutet: Wer das Abonnement kündigt, verliert die Downloads und kann sie vorher nicht auf seinem PC sichern. Ausser Nutzer kaufen Songs oder Alben, wie man es von anderen Anbietern wie iTunes kennt. Das ist aber wesentlich teurer als die Miete. Wer den Dienst nutzen will, besucht die Website http://music.google.com oder lädt sich eine App aufs Smartphone: Android-Nutzer greifen zum kostenlosen «Google Play Music» , iPhone-Besitzer müssen derzeit noch einen Franken für «GMusic» ausgeben. Nach der Registrierung erhalten Nutzer einen Gratismonat geschenkt. Leider müssen sie dennoch von Anfang an die Kreditkartennummer hinterlegen. Wem der Dienst nicht gefällt, darf deshalb keinesfalls die Kündigung in der Probezeit vergessen.

Musik im Internet lagern

Google Play Music bietet nicht nur die Möglichkeit, Musik zu mieten. Nutzer können darüber hinaus heruntergeladene oder von CDs digitalisierte Songs im Internet speichern. So ist die persönliche Plattensammlung immer und überall verfügbar – entweder am PC via Browser oder am Handy. Dadurch entfällt die langwierige Synchronisation zwischen den Geräten. Zudem ist es theoretisch nicht mehr nötig, MP3-Dateien aufzubewahren. Allerdings erfordert diese Massnahme grosses Vertrauen in den Anbieter. Erfahrungsgemäss ist es deshalb immer besser, von Musik (und jeder anderen Datei) ein Sicherheitsbackup anzulegen – zumal die Anzahl der speicherbaren Songs auf 20'000 Titel limitiert ist. Immerhin nimmt das Hochladen kaum Zeit in Anspruch: Wenn Google nach einer kurzen Prüfung feststellt, dass sich der Song bereits auf dem Server befindet, erübrigt sich der Upload.

Weitere Streaming-Dienste im Überblick

Im Unterschied zu Google Play Music hören sich Nutzer bei anderen Anbietern kostenlos durch den gesamten Musikkatalog. Das funktioniert allerdings nur, wenn diese am Computer sitzen und Werbeeinblendungen akzeptieren. Die drei beliebtesten alternativen Streamingdienste in einer kurzen Übersicht.

Spotify: Während sechs Monaten gibts beim werbefinanzierten Angebot von Spotify.com keinerlei Einschränkung: An jedem PC oder Mac lässt sich via Browser so viel Musik wie nur möglich anhören. Anschliessend steht Nutzern zehn Stunden Gratis-Musikgenuss zur Verfügung, wobei jede Woche 2,5 weitere Stunden hinzukommen. Unlimitiert und werbefreie Musik gibt’s für 6.45 Franken pro Monat. Wer die Songs unterwegs per Handy-App auch ohne Internetverbindung abspielen will, zahlt monatlich 12.95 Franken. Spotifys Musikkatalog umfasst rund 20 Millionen Songs.

Xbox Music: Microsofts Musikangebot ist mit 30 Millionen Titel am umfangreichsten. Werbefinanziertes Gratisstreaming ist nur auf PCs mit Windows 8 oder Windows RT möglich. Für 12.95 Franken können Nutzer den Xbox-Music-Pass kaufen und auf Android-Handys, Windows Phones sowie iPhones und auf der Xbox 360 hören. Die Offline-Wiedergabe ist derzeit noch nicht möglich, laut Microsoft jedoch geplant.

Amazon Cloud Player: Wer seine Musik bei Amazon.com kauft, kann seine Songs automatisch in jedem Browser und via App am Handy (Android und iPhone) kostenlos abspielen. In der Basisversion lassen sich zudem 250 Titel beim Anbieter speichern. Wer im Jahr umgerechnet 30 Franken (24,99 Euro) bezahlt, darf bis zu 250'000 Titel zu Amazon hochladen und kann diese auch von unterwegs ohne Internetverbindung hören.

Autor: Reto Vogt