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18. Mai 2015

Microsofts Surface 3 im Test

Microsoft spendiert seinem neuen Tablet endlich ein vollwertiges Betriebssystem. Ein Schritt in die richtige Richtung, das Gerät braucht aber immer noch massig Zubehör. Oben sehen Sie das Surface 3 im Videotest.

Wer Microsofts neustes Tablet namens Surface 3 aus der Schachtel rausgenommen hat, sieht darin nur noch einen SD-Stromstecker und eine kurze Anleitung rumliegen. Das ist jedoch mehr, als wonach es aussieht. Hinter dem Bildschirm, der kleiner als eine A4-Seite und nur acht Millimeter dick ist, steckt ein vollwertiger Computer.

Im Gegensatz zu einem Konkurrenztablet wie etwa dem iPad Air 2 kann man beim Surface 3 jede beliebige Software aus dem Internet herunterladen und installieren.
Ebenso lassen sich externe Geräte wie Drucker, Maus oder DVD-Laufwerk per USB-Kabel anschliessen – zwar nur eins auf einmal, aber immerhin.

Bitter nötig ist die Möglichkeit, die verfügbare Speicherkapazität von 64 GB beziehungsweise 128 GB per Micro-SD-Karte zu erweitern. Von Haus aus sind nämlich rund 30 GB durch das Betriebssystem Windows 8.1 belegt.

Im Test gefällt dafür der in die Rückseite fest integrierte Klappständer, womit sich das Gerät auf einer flachen Ablage hinstellen lässt. Zwar ist das verglichen mit dem Vorgänger Surface 2 nicht mehr stufenlos möglich, sondern nur noch in drei Einstellungen. Aber das genügt.

Das Tablet eignet sich in erster Linie zum Schauen von Videos und Surfen. Ebenso ist es möglich, über die einblendbare Tastatur einen kurzen Text zu tippen. Produktiv arbeiten lässt sich jedoch nicht. Denn alles, was darüber hinausgeht – Briefe schreiben, Fotos bearbeiten, Buchhaltung machen – klappt nicht ohne Zubehör.

Zusatzkosten für Surface-3-Besitzer

Eine sinnvolle Ergänzung des Surface-3-Tablets ist darum das sogenannte Type Cover. Dieses wird per Magnetverbindung an den Bildschirm gedockt. Gelungen: Weil es über diese Schnittstelle gleichzeitig Strom bezieht, entsteht kein Kabelwirrwarr. Ausserdem besitzen die Tasten einen angenehmen Druckpunkt, was flüssiges Schreiben ermöglicht.

Wer nicht zuletzt die wirklich gelungene Handschrifterkennung nutzen will, braucht auch noch den Surface-Stift. Im Test funktioniert sie trotz der unleserlichen Klaue des Autors überraschend gut. Leider ist das dafür nötige Programm OneNote genau so wie Word, Excel, PowerPoint und Outlook nur für ein Jahr im Preis inbegriffen. Anschliessend kostet die Nutzung der gesamten Office-Suite jährlich 70 Franken.

Auf den zweiten Blick gibts also einiges zu entdecken, das in der Schachtel fehlt oder den attraktiven Kaufpreis von mindestens 580 Franken um 360 Franken erhöht. Das macht Surface 3 nicht schlechter, aber teurer.

Surface 3
Surface 3: Hat das Zeug zum vollwertigen Computer. Aber nur mit Zubehör.

PREISE

Surface 3 mit 64 GB / 128 GB:580 Franken / 700 Franken.

Notwendige Speicherkarte mit 128 GB: 90 Franken.

Tastatur: 150 Franken.

Stift: 50 Franken.

Office-Lizenz nach einem Jahr: 70 Franken.

Total: 940 Franken / 1060 Franken

Autor: Reto Vogt