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07. November 2011

«Meine Ziegen sind sehr eifersüchtig»

Die Walliser Künstlerin Ruth Zeiter (61) hat einen grossen Wunsch: Sie würde gerne die Schweiz an der Biennale in Venedig vertreten. Bis dahin widmet sie sich aber im beschaulichen Bergdorf Bister ihren vom Aussterben bedrohten Schwarzhalsziegen. Inzwischen besitzt sie die grösste Herde der Schweiz.

Ruth Zeiter
MEINE TIERE «Seit 30 Jahren züchte ich die seltenen Schwarzhalsziegen. Damals habe ich mit sieben Tieren angefangen, heute habe ich mit 62 Tieren die grösste Herde, die es schweizweit gibt.»
Ruth Zeiter
Ruth Zeiter

Name:Ruth Zeiter (61)
Sternzeichen: Steinbock
Wohnort: 3983 Bister VS

Wieso leben Sie hier?

Bister ist ein idyllisches Bergdorf am Waldrand. Hier bin ich verwurzelt. Es ist der perfekte Ort, wo ich kreativ bin und mich zurückziehen kann.

Wo würden Sie gerne leben?

Ganz hinten in einem wilden Gomser Tal, wo es einen Wasserfall hat. Oberhalb des Wasserfalls auf den Felsen würde ich gern in einer kleinen Burg wohnen.

Beruf und Lebenslauf:

In Bister als Bauerntochter geboren, Besuch des Lehrerinnenseminars in Brig, danach fünf Jahre als Lehrerin gearbeitet, bevor ich mich endgültig der Kunst verschrieben habe. Weiterbildungen im gestalterischen Bereich. Seit 1991 unterrichte ich pro Woche ein paar Stunden bildnerisches Gestalten, daneben kümmere ich mich um meine Schwarzhalsziegen und meine Kunst.

Tüchertick von Ruth Zeiter
MEIN TICK «Ich sammle Tücher und besitze einen ganzen Korb davon, einige sind sehr alt und wertvoll. Viele bekomme ich geschenkt, andere kaufe ich auf meinen Reisen. Diesen Leinenschal hat meine Mutter für mich gemacht.»

Mein Ziel:

Ich würde gerne die Schweiz an der Biennale in Venedig vertreten und dort eine venezianische Gondel mit Schafwolle einkleiden.

Mein Lebensmotto:

Ziele muss man so hoch stecken, dass man in die Höhe springen muss, weil auf die Zehenspitzen zu stehen nicht ausreicht.

Was ich mag:

Menschen, die Zivilcourage haben. Die Natur und alles, was damit zu tun hat.

Was ich an mir mag:

Die Kreativität ist meine Stärke. Aus wenig, beispielsweise einer Wurzel, kann ich viel machen. Fehlendes Material ersetze ich mit Ideen.

Was ich an mir nicht mag:

Ich erledige vieles im letzten Moment.

Bio-Kaffee aus der Migros
MEIN LIEBLINGSPRODUKT «Der Bio-Kaffee aus der Migros kommt bei mir täglich mindestens zweimal auf den Tisch. Ohne Milchkaffee geht gar nichts. Wenn ich Zeit habe, mahle ich die Bohnen mit meiner alten Kaffeemühle.»

Mein Lieblingsessen:

Alles, was im grossen Biogarten meiner Tochter Michaela wächst.

Meine Lieblingsmusik:

Ich lausche gerne den Klängen von Erika Stucky, Andra Borlo und Joe Cocker.

Mein bester Entscheid:

Meinen Mann Edwin zu heiraten. Er ist eine grosse Unterstützung und gibt mir alle Freiheiten, die ich brauche.

Autor: Nathalie Bursać

Fotograf: Jorma Müller