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05. Dezember 2016

Das Kind schlägt zu

Wenn Kinder wütend sind, können sie ganz schön gemein und auch körperlich aggressiv werden. So reagieren Eltern richtig.

Kind mit erhobenen Fäusten
Sind Kinder über längere Zeit hinweg aggressiv, ist externe Hilfe angesagt (Bild: Fotolia).

Schreiend und tobend steht Luzia (7) vor ihrer Mutter: Sie will spielen, ihre Mutter lässt sie jedoch nicht, denn Luzia soll erst ihr Zimmer aufräumen. Das passt ihr gar nicht. Sie wird so wütend, dass sie die Mutter in die Hüfte boxt. Auch ihren Vater haut sie manchmal.

In den meisten Fällen machen die Kinder das nicht absichtlich, sondern eher intuitiv. «Vor allem Kinder, die sich in einer Umstellungsphase befinden, geraten oft unter Druck», erklärt Daniel Niederberger (59), Leiter der Jugend- und Familienberatung Contact in Luzern. Sie kommen zum Beispiel in den Kindergarten oder wechseln in die Schule, alles ist neu und ungewohnt. Das kann zu psychologischem oder seelischem Druck führen.

Es gibt Kinder, die diesen Druck – meist über kürzere Phasen hinweg – auch körperlich gegenüber den Eltern zeigen. «Die Eltern sollten solche Ausbrüche keinesfalls zur Gewohnheit werden lassen. Das Kind soll nicht das Gefühl haben, sich mit Hauen durchsetzen zu können», sagt Niederberger.

Am besten ist es, die Szene sofort zu unterbrechen. Vielleicht den Arm des Kindes festhalten und erklären, dass man andere nicht hauen darf. Wichtig ist, dem Kind Zeit zu geben, um sich zu beruhigen. Danach kann man die Situation klären und nachfragen, was es so wütend gemacht hat. So können sich die Eltern überlegen, wie sie künftig reagieren können, falls sich wieder so eine Situation anbahnt.

Familienberatung hilft weiter

Wenn es oft und über längere Zeit hinweg vorkommt, dass das Kind in seinem Frust zuschlägt, gilt es, die Situation ganz genau zu analysieren, rät der Experte: «Wie geht es dem Kind? Hat sich zwischen Eltern und Kind ein negatives Muster eingeschlichen?»

Dann können die Eltern überlegen, wie sie ihr Kind entlasten oder als Familie Veränderungen einleiten können. Dabei kann auch der Austausch mit anderen Eltern oder eine Familienberatung weiterhelfen.

Autor: Priska Plump