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26. Mai 2014

Mehr Zug- und Busverbindungen zum Rhätischen Dreieck

Der öffentliche Verkehr Richtung Graubünden, Südtirol und Tirol wird ab dem 15. Juni stark ausgebaut. Ein verdichteter Fahrplan und neue Verbindungen eröffnen zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten.

Unterwegs mit der Rhätischen Bahn
Unterwegs mit der Rhätischen Bahn: Graubünden, Südtirol und das Tirol erhalten mehr Verbindungen mit Bus und Zug.

Ab dem 15. Juni werden neu neben den IC-Zügen Zürich–Sargans–Landquart–Chur im Stundentakt täglich sieben Verbindungen zusätzlich verkehren. Ab 2022 soll die Strecke sogar im Halbstundentakt bedient werden. Gleichzeitig verringert sich die Fahrtzeit nach St. Moritz um 20 Minuten. Im Hinblick auf die Weltausstellung in Mailand 2016 werden mehr Verbindungen ab Graubünden in die Lombardei angeboten.

Vom 15. Juni bis zum 28. September 2014 verkehrt zudem neu täglich eine Buslinie ab Mals im Obervinschgau/Südtirol, Burgeis, zum Weiler Prämajur auf 1700 Meter über Meer, Schleis und zurück. Das Angebot ermöglicht den Zugang zu den Hotels in Prämajur, der Talstation der dortigen Sesselbahn und erleichtert die Wanderung (Tipp!) von Schleis durch die Uinaschlucht nach Sent, Sur En und Ramosch im Unterengadin.

Ausserdem fährt das Postauto im Sommer im Stundentakt über den Ofenpass. Gleiches gilt für die Verbindung zwischen Schuls/Scuol und Samnaun. Wichtiges Detail: Auf ausgewählten Strecken in der italienischen Provinz Sondrio im Veltlin (beispielsweise Livigno mit 250 zollfreien Läden), im Südtirol und im Tirol gelten das schweizerische GA, Tageskarten und Halbpreisabonnemente. Es ist sogar möglich, reine Südtiroler Bahnstrecken wie Mals–Meran–Bozen an den SBB-Bahnhöfen und -Billettautomaten zu kaufen.
Ab dem 5. Juli verkehrt das Postauto über das Stilfserjoch. Es stellt mit 2757 Meter über Meer die höchst gelegene Haltestelle der PostAuto Schweiz AG dar. Und auch hier sind GA und Co. gültig. Das Postauto verbindet das Val Müstair (Heimat von Langlaufstar Dario Cologna, Unesco-Biosphärenreservat, Unesco-Kloster Son Jon) mit dem Val Poschiavo – via das Thermalbadmekka Bormio und Tirano. Die Fahrt vom Val Müstair bis nach Tirano dauert beispielsweise rund drei Stunden und ist reservationspflichtig. Details unter www.postauto.ch .

Das Vinschgau schliesslich, jener Teil des Südtirols, der quasi die Fortsetzung des Val Müstair bildet, führt diesen Sommer eine Gästekarte ein. Sie ist eine von insgesamt 300 (!), die es im Alpenraum gibt. Die Vinschgau Card gewährt freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Und diese werden selbst in Italien immer beliebter, transportierte doch die Vinschgerbahn seit 2005 zwei Millionen Fahrgäste. Zwei besonders attraktive Angebote der Vinschgauer Gästekarte: Eintritt in die Erdbeerwelt im Martelltal mit der Möglichkeit, Erdbeerkonfi zuzubereiten sowie das Benediktinerstift Marienberg in Mals zu besuchen. Es befindet sich auf 1400 Meter über Meer und betreibt den höchsten Weinberg Europas. Diesen Rekord hatte jahrelang die Walliser Gemeinde Visperterminen beansprucht. Nur reichen die dortigen Rebberge «nur» auf 1200 Meter.

Autor: Reto E. Wild

Fotograf: Reto E. Wild