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13. Januar 2014

Mehr echte Freunde

Zeit für die Beziehungspflege in der realen Welt statt nur im Internet, das wünschen sich Jugendliche laut einer neuen Studie.

Drei Freunde liefern sich eine Schneeballschlacht
Im Internet nicht zu haben: mit Freunden im Schnee toben, bis einem die Puste ausgeht. (Bild: Getty Images)

Via Umfrage im Internet erhebt das Schweizer Hoffnungsbarometer seit 2009 jedes Jahr die Hoffnungen der Schweizer Bevölkerung. Für die aktuelle Ausgabe wurden die Antworten von knapp 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgewertet. Besonders auffällig sind die Wünsche, die junge Menschen bis 17 Jahre für ihre Zukunft haben. Studienleiter Andreas M. Walker (48): «Viele Jugendliche wünschen sich vermehrt intakte Beziehungen, Familie, Zeit für sich, Harmonie und Ordnung im eigenen Leben.»

Doch was genau steckt hinter dem Bedürfnis nach mehr Freizeit und Ordnung? Im Vordergrund stehen laut dem Studienleiter das Internet und die sozialen Medien, mit denen die meisten Jugendlichen fast pausenlos beschäftigt sind. «Diese dauernde multimediale Präsenz hat nun ihre Grenzen erreicht. Es ist zu viel, das geben die Jugendlichen zu verstehen. In den letzten zehn Jahren erwachte eine riesige Entdeckungs- und Experimentierfreude, als Smartphones und Social-Media-Plattformen diese völlig neuen Möglichkeiten der Kommunikation eröffneten», sagt Andreas M. Walker. Doch diese Lust am Neuen habe sich verflüchtigt. «Heute empfinden viele Jugendliche die digitalen Medien als Beschlagnahmung rund um die Uhr.» Man fühle sich getrieben, statt die Dinge im Griff zu haben. «Auf Facebook hat man 500 Freunde, da ist keine Beziehungspflege mehr möglich, aber genau das ist den jungen Leuten wichtig.»

Das Schweizer Hoffnungsbarometer von Swissfuture erschien nun bereits in der fünften Ausgabe. Laut Studienleiter Walker zieht sich ein roter Faden durch alle Jahre: «Das Bedürfnis nach echten Beziehungen ist gross. Und es ist weiter am Steigen.»

Autor: Daniel Schifferle