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10. Oktober 2016

Mehr als nur Senf in Dijon

So anders und doch so nah: Das burgundische Dijon lockt mit vielen Attraktionen. Sechs Tipps für ein Wochenende in der unterschätzten Hauptstadt des Burgunds.

Vom Turm Philippe le Bon, Teil des Herzogspalasts, hat man diese Aussicht auf die intakte Altstadt von Dijon.
Vom Turm Philippe le Bon, Teil des Herzogspalasts, hat man diese Aussicht auf die intakte Altstadt von Dijon.
TGV Lyria
Der TGV Lyria unterwegs nach Dijon (Bild: Sylvain Meillasson).

Weniger als 90 Minuten dauert die Zugreise mit dem TGV Lyria von Basel nach Dijon. Die grösste Stadt des Burgunds zählt gegen 500 Restaurants und rund 156 000 Einwohner, ein Fünftel davon sind Studenten.

Porte Guillaume
Die Porte Guillaume ist Anfang und Ende der wichtigsten Einkaufsstrasse Rue de la Liberté. Sie sieht aus wie der Triumpfbogen in Paris und ist ein Übrigbleibsel der Stadtmauer.

Die historische Altstadt von Dijon zeigt sich intakt, weil sie weitgehend von Kriegen und grösseren Bränden verschont geblieben ist. In die Altstadt taucht man am besten durch die Porte Guillaume ein, die Anfang und Ende der wichtigsten Einkaufsstrasse Rue de la Liberté bildet. Unbedingt besichtigen: die pittoreske Strasse Amiral Roussin, die von Gustave Eiffel errichteten Markthallen (grosser Markt ist am Dienstag- und am Freitagmorgen, am Sonntag um 11.30 Uhr gibt es den bei Einheimischen beliebten Brunch), die Kathedrale St-Bénigne und den Palais des Ducs de Bourgogne (Herzogspalast). Teil dieses Ensembles aus dem 14. Jahrhundert ist der Turm Philippe le Bon, der eine atemberaubende Sicht auf Dijon freigibt. Die Besichtigung ist nur geführt möglich. Dafür muss man sich beim Verkehrsbüro Dijon anmelden. Es befindet sich an der Rue des Forges 11.

Loiseau des Ducs

Dijon steht für viele Spezialitäten. Noch immer gibt es in der Region vier Senfhersteller. Jener der Firma Maille mit über 50 Aromen ist am bekanntesten. Meine Empfehlung: der Laden der Moutarderie Edmon Fallot an der Rue de la Chouette (Bild), der seit 2014 täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet ist. Alle Senfsorten kann man degustieren. Bei Mulot & Petitjean an der Place Bossuet 13, 1796 gegründet, werden jährlich 500 Tonnen Lebkuchen (Pain d’Épices) verkauft. Unbedingt besuchen sollte man auch den Käseladen des Ehepaars Friquet. In der Nähe (5 rue Chaudronnerie) befindet sich La Boutique de la Truffe . Das Le Chalet Comtois an der rue Musette 28 verkauft 200 verschiedene Käsesorten. Und zum Abschluss degustiert man bei Védrenne an der rue Bossuet 1 Sirupe oder einen Crème de Cassis. Schliesslich hat man den Kir in Dijon erfunden. Der echte Kir besteht übrigens aus der trockenen Weissweinsorte Aligoté, die man dann Crème de Cassis mischt.

Vinothek Le Trou

Das Loiseau des Ducs ist ein herausragendes Michelin-Stern-Restaurant (Bild) in der Nähe des Herzogspalasts an der Rue Vauban. Chef Louis-Philippe Vigilant, unterstützt durch die Patissière Lucile Darosey, hat sich regionalen burgundischen Spezialitäten verschrieben, die er mit überraschenden Kreationen aufwertet. Ein Dreigänger kostet mittags 29 Euro. Abends ist es wesentlich teurer.

Domaine René Leclerc
Ein Teil der Reben des Weinguts René Leclerc befindet sich hinter dem Wohnhaus.

Originell ist die neue Vinothek Le Trou, (Bild) die Mittwoch bis Samstag von 19 bis 1 Uhr geöffnet hat und in einem Kellergewölbe an der Rue Vannerie 15 untergebracht ist. Zu entdecken gibt es viele Weine aus der Region, dazu werden Brot, Käse und Wurstwaren gereicht.

Hotel Océania Le Jura

Vier Kilometer südlich von Dijon erheben sich die Rebberge. Deshalb ist ein Ausflug ins weltbekannte Burgund zur Côte de Nuits zumindest für Weinliebhaber ein Genuss. Authentica Tours bietet Weintouren ab 65 Euro an. Ein Geheimtipp sind die Weine der Domaine René Leclerc in Gevrey-Chambertin (Bild). Das von Sohn François geführte Weingut ist täglich ab 10 Uhr geöffnet.

Zum Übernachten: Hotel Océania Le Jura (Bild) gleich beim TGV-Bahnhof. Frisch renovierte Zimmer mit Hofsicht verlangen, schönes Frühstücksbuffet.

Samstags in der Rue de la Liberté
Samstags in der Rue de la Liberté.