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14. September 2015

Mehr als ein (Grand) Canyon

In Arizona buhlen 24 Nationalpärke mit vielen Naturwundern um das Interesse der US-Entdecker. Die Tipps zur grossen Reisereportage von Silja Kornacher («Einmal Cowgirl in Arizona sein») mit Reisezielen, Highlights und Unterkünften von Roadtrips bis Gästeranchs.

Western-Themenpark Old Tucson
Im Western-Themenpark Old Tucson fahren Postkutschen.

UNTERKUNFT
Wer Arizona besucht, sollte ein Mal auf einer Gäste-Ranch übernachten. Wer familiäre Atmosphäre möchte, wohnt am besten auf der White Stallion Ranch ( www.whitestallion.com ).
Wer jeden Tag reiten will und trotzdem nicht auf Luxus verzichten möchte, quartiert sich auf der Tombstone Monument Ranch ein ( www.monumentranch.com ).

Tombstone Monument Ranch
Die Tombstone Monument Ranch: Wildwestkulisse für Touristen.

Das Four Seasons Scottsdale bietet in spektakulärer Felskulisse romantische Abende auf der Terrasse, zwei Gourmettempel und ein grosses Angebot an Wellnessbehandlungen. Das Hotel pflegt eine Partnerschaft mit dem Cowboy College: Entweder man bucht einen Schnuppertag auf der Pferderanch und entspannt abends wieder im Whirlpool des «Four Seasons», oder man verbringt eine ganze Woche auf der Ranch, übernachtet dann in einer Baracke oder direkt am Lagerfeuer.
www.fourseasons.com/scottsdale und www.cowboycollege.com SEHENSWERT
Im Themenpark Old Tucson Studios wurden von 1939 bis in die 90er-Jahre die grossen Westernfilme gedreht, heute kann man in der Originalkulisse auf den Spuren von John Wayne wandern, im Rathaus einer Gerichtsverhandlung beiwohnen, Stuntshows sehen, in der Postkutsche fahren oder in einem Originalsaloon den Kaffee aus einer Emailtasse schlürfen. www.oldtucson.com

Die grösste Sehenswürdigkeit in Arizona ist ohne Zweifel das Naturwunder Grand Canyon. Unterwegs in Richtung Norden sollte man unbedingt in Sedona haltmachen, um sich danach bei Abendlicht mit dem Auto durch die roten Felsen zu schlängeln: eine spektakuläre Fahrt! Der südliche Eingang des Grand Canyon (South Rim) eignet sich am besten für einen eintägigen Besuch: Dort kann man eine Wanderung in die Schlucht wagen (Achtung: Bis März kann es auf dem Bright Angel Trail eisig sein!) oder ganz bequem mit den Shuttlebussen die Aussichtspunkte abfahren. www.visitsedona.com www.nps.gov/grca/index.htm VIER CANYON-ALTERNATIVEN
Für Reisende, die erstmals in Arizona sind, stellt der grosse Grand Canyon National Park ein schwer zu vernachlässigendes Highlight dar. Wer mehr als ein paar Tage Zeit hat oder ein zweites Mal in den Südwesten der USA reist, erhält jedoch mehr als genug Chancen auf Abwechslung: Allein 24 bundesstaatlich anerkannte Nationalpärke weist Arizona auf, unzählige mitunter ebenfalls lohnende State Parks kommen noch hinzu. Das Arizona Office of Tourism ( www.arizonaguide.com ) nennt bei den Nationalparks vorab die folgenden vier Alternativen zum Grand Canyon:

Camp Verde: Vom Grand Canyon in Richtung Phoenix trifft man einerseits auf den Payson-Park mit den eindrücklichsten Kakteen. Bloss eine Autostunde entfernt findet man im Süden von Sedona Camp Verde. Hier kommt man um eine wunderschön erhaltene Felsenbehausung hoch über dem Talboden aus der Mitte des 12. Jahrhunderts nicht herum, das Montezuma Castle National Monument. Gleich daneben bietet der Out of Africa Wildlife Park eine ideale Erlebnisumgebung für Familien.

Canyon de Chelly: Im Nordosten Arizonas, den Stammlanden der Navajo-Indianer, findet man im Canyon de Chelly National Monument Überbleibsel einer der ältesten ohne Unterbruch benutzten Wohnstätten Nordamerikas überhaupt. Mehr als 2500 einzelne Fundstätten zu Behausungen wie den berühmten White House Ruins trifft man im «d’Schei» ausgesprochenen Tal, die Navajos nutzten sie von 1500 v. Chr. bis 1350 n. Chr.

Chiricahua National Monument: Fans von Winnetou und Old Shatterhand besuchen im Süden die eindrücklichen Gebirgslandschaften des Chiricahua-Parks. Hier soll ein (realer!) Apachenhäuptling mit seiner Freundschaft zu einem Siedler-Pöstle den grossen Friedensvertrag der Indianer mit der US-Armee vorgespurt haben. Unweit davon liegt das bekannte Tombstone, Ort des Shootouts am O.K. Corral.

Bucksin Mountain State Park: Strandleben à l’Arizona? Kein Problem im Westen, beinahe an der Grenze zu Kalifornien. Entlang dem Colorado River trifft man auf ganz unterschiedlich grosse und gestaltete Ziele für Wassersport oder zum Ausspannen am Wasser.
IDEALER AUSGANGSPUNKT
Arizona ist wie gemacht für einen Roadtrip (ab Flaggstaff kann man auf der legendären Route 66 fahren). Mietwagen gibt es an jedem Flughafen. Als Ausgangspunkt für die Reise durch Arizona wählt man am besten Scottsdale, ein Vorort von Phoenix, das sich selbst «The West’s most western town» nennt. Dort kann man das charmante kleine Städtchen und dessen zahlreiche Kunstgalerien entdecken, im Frühling die Trainingsspiele der landesweit bekannten Football-Teams besuchen und im neuen «Museum of the West» ( www.scottsdalemuseumwest.org ) viel über die Geschichte des Wilden Westens und der Indianerstämme lernen.

ANREISE
Von der Schweiz aus gibt es keinen Direktflug nach Phoenix, Arizona. Mit den Fluggesellschaften Delta, United, American, Swiss, Air France oder British Airways macht man Stopps in New York, Paris oder London (Flüge ab 800 Franken).
REISEZEIT
Arizona ist eine Ganzjahresdestination. Im Sommer kann es jedoch über 40 Grad heiss werden. Besonders idyllisch ist die Zeit zwischen April und Juni, wenn die Kakteen blühen. Aber auch September bis Dezember eignen sich gut für einen Besuch im Grand Canyon State.

Autor: Silja Kornacher

Fotograf: Silja Kornacher