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09. Februar 2015

Maturanden machen zu viele Schreibfehler

Die Sorge um die Schreibkompetenz der Maturanden und Studenten ist kein neues Thema. Und genauso wenig Grund zur Panik.

Maturandin schreibt in Heft.
Nicht sattelfest: Schreibfehler sind bei jungen Menschen eher die Regel als die Ausnahme. (Bild: Getty Images)

Nämlich schreibt man nicht mit h, das weiss jedes Kind. Könnte man meinen. Gemäss Schweizer Prüfungsexperten und Universitätsprofessoren haben die Schüler jedoch einfachste Rechtschreibregeln spätestens bis zur Matur wieder vergessen.

Bereits im 17. Jahrhundert befürchteten Gelehrte den Untergang der deutschen Sprache, und seither ruft alle paar Jahre wieder jemand die orthografische Endzeit aus. Dabei geht vergessen, dass bisher keine Studie den Sprachzerfall belegen konnte.

Auch Christa Dürscheid, Professorin für Linguistik an der Universität Zürich, sieht keinen Anlass zur Sorge: «Es gab schon immer Schüler, die in der Rechtschreibung stark waren und andere, die schwach waren.» Neu ist, dass man der digitalen Kommunikation die Schuld dafür gibt. Dass Whatsapp und Co. die Fähigkeit, richtig zu schreiben, beeinträchtigen, dafür fanden auch Dürscheid und ihre Kollegen keine Beweise.

Nicht abstreiten lässt sich, dass beim Schreiben auf dem Handy häufig Fehler passieren. Man schreibt von unterwegs, ist unkonzentriert oder geht nebenbei noch anderen Tätigkeiten nach. «Man darf Schülern aber zutrauen, dass sie zwischen einer Alltagssituation und einer Schulsituation unterscheiden können», so Dürscheid. Auf die Frage, was das beste Mittel gegen eine schlechte Rechtschreibung sei, hat sie eine ein­fache Antwort: Grammatikunterricht.

Den jüngsten Schülern sollte man die Freude am Schreiben nicht gleich verderben, indem man sie ständig auf Rechtschreibfehler hinweist. Doch sehr bald sollten sie die Regeln der Grammatik lernen und dieses Wissen bis ans Ende der Schulzeit vertiefen. Die korrekte Rechtschreibung sei nämlich nach wie vor eine Visitenkarte. «Rasch neigt man dazu, bei einer Person mit mangelhafter Rechtschreibung auf die Intelligenz zu schliessen.»

Autor: Nathalie Bursać