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10. August 2015

Matto Kämpf: Alpenkalb der Bundesstadt

Schabernack treiben, Langeweile vertreiben und mit viel schwarzem Humor die Welt beschreiben: Das ist der Alltag von Matto Kämpf. Der Berner Autor ist Filmer, Theatermacher und Humorist.

Mein Heim

Die Katzendame Böissel (8) (links im Bild) und ihr ungestümer Sohn Monty (6) – so viel Homestory muss sein.

Mein Pissoir

Das Pissoir beim Zytglogge. Wo sonst kann man institutionalisiert gegen das Wahrzeichen brunzen? Andernorts kommt man dafür ins Gefängnis.

Meine Band

Letztes Jahr wurde ich zusammen mit Simon ‹King Pepe› Hari für ein Open Air engagiert. Vorgängig ­ergriff uns ein Schauder. Nur mit Texten und einer Gitarre an ein Open Air? Ist das nicht etwas dürr? Der Tubaspieler Marc Unternährer erfuhr davon und meinte: Am besten komme ich mit. So entstand das Trio Trampeltier of Love.

Mein Theater

Das Schlachthaus Theater Bern. Hier zeige ich meine Puppenkunst. Meine Freundin hat die Figur fabriziert, sie heisst Doktor Gütterli und ist entschieden intellektuell. Das sieht man unter anderem an der Brille.

Meine Chefin

Trine Pauli führt die Kulturbeiz Café Kairo in Bern. Dort organisiere ich das Literaturprogramm. Trine hat mich angestellt, um den Schabernackfaktor zu erhöhen, und sagt über mich: ‹Matto macht das Leben lustiger.›

Meine Partei

Die SP. Ende der 80er-Jahre half ich mit, die Juso Thun zu gründen. Ich wollte den Kapitalismus und die Armee abschaffen.

Mein Lieblingsprodukt

Merguez. Ich brate sie bei mittlerer Hitze etwa zehn Minuten in der Bratpfanne, so sind sie perfekt. Ich grilliere nie. Den grassierenden Grillfanatismus finde ich doof, ­zudem sind die ausgeglühten Würste meistens ausgetrocknet und erinnern an Karton.

Autor: Claudia Langenegger

Fotograf: Manuel Zingg