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10. März 2014

Manaus ist der heisseste Ort der Fussball-WM 2014

In Manaus im brasilianischen Amazonasgebiet trifft die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft während der WM am 25. Juni auf Honduras. Die Spieler müssen mit Temperaturen von 40 Grad rechnen.

Am Rio Negro sind schicke Appartements in Hochhäusern entstanden. Die Lage am Fluss gehört zu den teuersten Wohngegenden von Manaus.
Am Rio Negro sind schicke Appartements in Hochhäusern entstanden. Die Lage am Fluss gehört zu den teuersten Wohngegenden von Manaus.

Die beste Sicht auf die 2-Millionen-Stadt am Rio Negro hat man von der Terrasse des heruntergekommenen Hotels Ana Cássia oder vom Restaurant des Hotels Taj Mahal. Zum Übernachten eignen sich das Hotel do Largo (drei Sterne, einfach, sauber, Nähe Opernhaus, ab 60 Dollar) oder das Luxushotel Tropical am Rio Negro.

Unbedingt besuchen: Das Opernhaus (Teatro Amazonas) und den Palácio Rio Negro, die den einstigen Reichtum während des Kautschukbooms vor über 100 Jahren zeigen, Spaziergang vom Opernhaus entlang der Avenida Eduardo Ribeiro bis zum Hafen mit an- und ablegenden Amazonasschiffen und den Mercado Municipal Adolpho Lisboa. Zudem lohnt es sich, mit einem Taxi zur 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Praia da Ponta Negra zu fahren und im Flusswasser zu baden und sich danach auf dem künstlich aufgeschütteten Sand zu sonnen.

Essen: Restaurant Peixaria do Largo an der Rua 10 de Julho beim Opernhaus, Restaurant Peixaria do Jokka an der Rua Sao Jose 9 im Stadtteil Sao Raimundo mit atemberaubender Aussicht auf den Rio Negro (nur Bargeldzahlung möglich) oder das familiäre Fischrestaurant Canto da Peixada, Rua Emilio Moreira 1677, vis-à-vis einer Tankstelle. Die besten Fische aus dem Amazonas heissen Pirarucu (paniert erinnert er an Wienerschnitzel), Tambaqui (oft Zucht) oder Tucunaré (oft wild gefischt).

Billette für die Fussball-WM: Beim Schweizerischen Fussballverband können keine Tickets mehr für die WM in Brasilien bezogen werden. Fans müssen WM-Tickets bei der FIFA ergattern. Die nächste Verkaufsphase dauert vom 12. März bis am 1. April .

In Manaus finden die Fussballspiele in der Arena da Amazônia statt. Das 40 000 Plätze bietende Stadion befindet sich gut zehn Fahrminuten von der Oper entfernt. Beim Besuch des Migros-Magazins Mitte Februar war es noch nicht fertig. Inzwischen starben mehrere Arbeiter bei der Errichtung der Arena.

Die attraktivsten Reiseziele Brasiliens
Was man bei einem Brasilien-Besuch unbedingt sehen sollte und im Schatten von Rio, Salvador und den Iguaçu-Wasserfällen steht (ich habe das teilweise schon im Reisechat verraten, der jeweils montags von 17.30 bis 18.30 Uhr stattfindet):

• Der Pantanal ist ein Ort der Superlative: Hier leben die grössten Jaguare, Papageien, Tukane, Ameisenbären und Wasserschweine. Wer gerne Tiere in freier Wildbahn sieht, bekommt hier viel mehr als im Amazonas zu Gesicht, weil die Tiere in der offenen Landschaft leichter zu sehen sind. Das Sumpfgebiet sollte man mit Bonito kombinieren. Die Region ist bekannt für ihre kristallklaren Flüsse, in denen man Schnorcheln kann. Anreise: Flug nach Campo Grande.
• Olinda: Die barocke Kleinstadt befindet sich in der Nähe von Recife, an einer traumhaften Küstenlage. Die engen, steilen Gassen sind mit Pflastersteinen besetzt. In den kolonialen Häusern sind Restaurants und Hotels eingezogen.
• Wer mit dem Auto von Rio nach São Paulo fährt, begegnet der Costa Verde. Die grüne Küste besticht mit einer wunderschönen Landschaft und malerischen Städten wie Angra dos Reis oder Parati. In Sichtweite vor Angra befindet sich die Ilha da Gipoia. Die Ilha Grande ist ein Naturparadies aus dem tropischen Bilderbuch. Im Chat fragte mich Meli, ob drei allein reisende Frauen im Mietwagen durch Brasilien reisen können. Meine Antwort: Ja!
• Curitiba ist Millionenstadt und ebenfalls WM-Austragungsort. Die Stadt hat einen europäischen Charakter. In unserem Sommer kann es nachts empfindlich kalt werden. Curitiba gilt als Stadt mit der höchsten Lebensqualität Brasiliens.
• Südlich von Curitiba befindet sich Florianopolis. Im Schweizer Winter ist dort Sommer. Und die Strände laden viele Einheimische zum Baden ein. Brasiliens Süden ist im Winter die Alternative zum Nordosten, der weniger sicher ist.
• Die Schifffahrt auf dem Amazonas von Manaus nach Belem am Atlantik dauert 4,5 Tage. In der Hängematte an Deck bezahlt man dafür 354 Real, eine klimatisierte Singlekabine kostet 700, eine Doppelkabine 1200 Real. Für einen Schweizer Franken erhält man derzeit 2,66 Real oder für einen Real 37,5 Rappen.
• Jericoacoara befindet sich vier Busstunden von Fortaleza entfernt. Der abgelegene Ort bildet das Zentrum eines ausgedehnten Dünengebiets im Nordosten Brasiliens. Die Wanderdünen erstrecken sich bis zu 20 Kilometer ins Landesinnere und können mit Mini Mokes befahren werden. In «Jeri» geht man barfuss durch die unasphaltierten Sandstrassen. Wind- und Kitesurfer kommen hier auf ihre Rechnung.
• Barra de São Miguel südlich der Grossstadt Maceo im Nordosten ist ein Badeort, wo die Brasilianer hingehen und man praktisch keine Touristen sieht – obwohl die Strände lang und das Meer azurblau ist. Der Badeort steht für Dutzende ähnliche, die man in Brasilien zur Auswahl hat.

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild