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06. April 2015

Mami, was ist eigentlich Lichtverschmutzung?

Diesmal will Elena (14) von der Mutter wissen, was Lichtverschmutzung ist. Hier Gabriela Bonins Antwort:

Mami, was ist Lichtverschmutzung?

Seit der Erfindung des künstlichen Lichts wird die Nacht immer heller: Strassenlaternen und Reklametafeln, Auto- und Industrielichter bestrahlen nicht nur die Erde. Sie gelangen auch in die Atmosphäre, werden dort reflektiert und weithin gestreut. Dieser diffuse Lichtnebel wird Lichtverschmutzung genannt und nimmt jährlich weltweit zu.

Er schädigt zum Beispiel die Zugvögel: Diese kehren derzeit aus dem Süden zurück. Dabei orientieren sie sich unter anderem an den Sternen. Wenn sie Pech haben, geraten sie nachts in Nebel, der künstlich erleuchtet ist. Das verwirrt sie. In ihrer Not fliegen sie dann manchmal auf das hellste Licht zu, zum Beispiel auf ein erleuchtetes Hochhaus, prallen daran ab und sterben. Im Moment sind viele Zugvögel unterwegs. Hast du gesehen, wie kürzlich ein Storch über unser Haus flog?

In der Schweiz gibt es keinen Ort mehr, der von Lichtverschmutzung frei ist. In den Bergen ist sie noch am geringsten, in den Städten am grössten: Kinder, die dort zu Hause sind, können nicht sehen, wie Sterne funkeln oder wie die Milchstrasse aussieht. Uns Menschen hat der Sternenhimmel seit jeher kulturell geprägt. Dichter und Denker waren hingerissen davon. Verliebte auch.

Luzern hat wirksame Massnahmen gegen Lichtverschmutzung umgesetzt. Ich hoffe, andere Städte folgen ihr – sodass wir euch Kinder nicht erst in entlegene Wüsten bringen müssen, damit ihr mal eine echte Sternschnuppe erleben könnt. 

Autor: Gabriela Bonin