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23. November 2015

Mami, was ist eigentlich Slow Fashion?

In der Rubrik «Was ist eigentlich...» beantwortet Gabriela Bonin regelmässig Fragen von ihren drei Kindern zu aktuellen Themen. Diese Woche will Elena (15) wissen, was Slow Fashion ist.

Mami, was ist eigentlich Slow Fashion?

Fangen wir beim Gegenteil an, bei «Fast Fashion»: Das ist Massenware aus Billigländern, so kurzlebig und wertlos wie nur möglich – damit noch mehr Modehungrige noch mehr einkaufen. Daran klebt so viel Gift und Leid, dass man die Augen fest ­verschliessen muss, wenn man sich seinen Spass bewahren will: Dafür sorgen die Marketingmärchen gewisser Modeketten, neu auch im grünen Eco-Tarnmäntelchen.

Willst du die Hintergründe kennen? Dann schau dir den neuen Dok-Film «The True Cost» an: Da reden wunderbare, mutige Mütter und vergiftete Kinder. Du siehst, wie sie an immer mehr Textilmüll, toxischen Stoffen und fiesesten Arbeitsbedingungen zugrunde gehen. Das magst du dir nicht antun? Ist eigentlich auch nicht nötig.

Es reicht, wenn wir jene Leute und Firmen unterstützen, die Verantwortung übernehmen: Sie haben mit «Slow Fashion» eine Gegenbewegung angestossen und setzen auf fair produzierte, «saubere» Mode. Sie sorgen mit individueller Kreativität und langlebiger Qualität für echten Style. Das kann teuer sein, muss es aber nicht. Denn zu «Slow Fashion» gehören auch das Selbermachen, der Kauf von Secondhandkleidern und die sogenannten Swappings, das sind schicke Kleidertauschpartys. «Slow Fashion» ist ein Tropfen auf den heissen Stein. Es könnte aber in der Modeindustrie das erreichen, was Bio, Fair Trade und Slow Food in der Lebens­mittelbranche bereits geschafft ­haben – nämlich faire Produktionsbedingungen: für Gesündere Ware und Arbeitsbedingungen sowie für einen bewussten, achtsamen Verbrauch.

Autor: Gabriela Bonin