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20. Juli 2015

Mami, was ist eigentlich Kinderarbeit?

In der Rubrik «Mami, was ist eigentlich...» beantwortet das Migros-Magazin regelmässig Fragen von Kindern zu aktuellen Themen. Diesmal will Levana (7) von der Mutter wissen, was ein Wunderkind ist. Hier ist Gabriela Bonins Antwort.

Was ist Kinderarbeit?
Was ist Kinderarbeit?

Wenn ein Kind arbeiten muss, nennt man das Kinderarbeit. Ich kenne ein paar Langweiler, die das Wort als Ausrede nutzen. Wenn sie keine Lust haben, im Haushalt zu helfen, motzen sie: «Hey, stopp, Kinderarbeit ist verboten!» Falsch: Ein Ämtli ist keine Kinderarbeit, sondern sinnvolles Mithelfen.

Und wenn Teenager für Sackgeld leichte Sommerjobs machen, gilt das auch nicht als Kinderarbeit. Es ist aber verboten, dass Kinder schwere Arbeit leisten.

Alle Kinder haben ein Recht darauf, zu spielen und zu lernen. Ihr sollt gesund aufwachsen und eine Schule besuchen können. Niemand darf euch quälen oder ausnützen.

In armen Ländern müssen dennoch Millionen von Kindern Geld verdienen. Sie erledigen auch Arbeiten, die gefährlich sind oder krank machen. Sie tun das, weil ihre Familien sonst nicht überleben können. Darum schuften sie auf Feldern, in Fabriken oder im Bergbau.

Wo Krieg herrscht, wie zum Beispiel in Syrien, ist es noch schlimmer. Es gibt da Kinder, die schon in deinem Alter in fremden Haushalten arbeiten müssen. Von Schulen, Ämtli oder gar Sommerferien können sie nur träumen.

Als dein Grossvater nach dem Zweiten Weltkrieg 15 Jahre alt war, arbeitete er für einen Bauern, damit er etwas zu essen bekam. Viele alte Leute haben Ähnliches erlebt. Frag sie mal, wie das damals war!

Autor: Gabriela Bonin