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09. November 2015

Mami, was ist eigentlich die Kesb?

In der Rubrik «Mami, was ist eigentlich...» beantwortet Gabriela Bonin regelmässig Fragen von ihren drei Kindern zu aktuellen Themen. Diesmal will Elena (15) von der Mutter wissen, was eigentlich die «Kesb» ist. Hier ist die Antwort.

Mami, was ist eigentlich die Kesb?

Diese Abkürzung bedeutet «Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden». Nehmen wir zum ­Beispiel Pippi Langstrumpf, vom ­Vater sich selbst überlassen; Harry Potter, von den Pflegeeltern ­misshandelt; oder Michel aus Lönne­berga, geschlagen und ­ein­gesperrt: In Romanen können sich solche Helden toll behaupten – in Realität benötigen gequälte oder vernachlässigte Kinder Hilfe. Sie sind ein Fall für die Kesb.

Die Kesb prüft, ob ihre Eltern überfordert, psychisch krank oder böse sind, und gibt den Kindern gegebenenfalls einen Beistand.
Kann der nicht weiterhelfen, nimmt die Kesb den Eltern die Kinder weg, gibt sie zu Pflegeeltern oder in ein Heim. Das ist krass und schmerzhaft für die Familie. Es ist aber nötig, wenn Eltern ihre Kinder schinden oder schädliche Entscheide für sie fällen.
Es gab einen Fall einer Drogensüchtigen, die ihre zwei Kleinkinder zu Hause vergass und verdursten liess. Da hätte man sich gewünscht, dass eine Behörde rechtzeitig eingegriffen hätte. Nichts tun kann tödlich sein. Was immer eine Kesb unternimmt oder unterlässt: Es ist enorm heikel.

In letzter Zeit ist die Kesb stark unter Beschuss geraten, weil sie womöglich einige gröbere Fehler gemacht hat. Ihre Fehlentscheide haben schlimmere Folgen, als wenn sich ein Schreiner den Finger abschneidet oder ein Steuerbeamter eine Null vergisst: Schliesslich bestimmt die Kesb über die ­Schicksale von Menschen. Darum sollte man ihre Fachleute best­möglich ausbilden, unterstützen – und sorgfältig überwachen. 

Autor: Gabriela Bonin