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16. November 2015

Mami, was ist der Totensonntag?

In der Rubrik «Mami, was ist eigentlich...» beantwortet Gabriela Bonin regelmässig Fragen von ihren drei Kindern zu aktuellen Themen. Diese Woche will Levana (7) wissen, was der Totensonntag ist.

Mami, was ist der Totensonntag?

Hast du das Wort bei den Grosseltern aufgeschnappt? Es ist ein Feiertag der evangelisch-reformierten Kirche. Dein Grossmami besucht am Totensonntag das Grab von meinem Grosi.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bleibt man mit ihm innerlich verbunden, auch wenn er nicht mehr da ist. Am Totensonntag erinnert man sich bewusst an die Verstorbenen. Macht dir der Tod Angst? Nein, du bist unbeschwert, hast auch noch nie einen lieben Menschen verloren.

Der Tod kann einem im Herzen so wehtun, dass man hofft, er sei nicht endgültig. Gläubige finden dann Trost und Hoffnung in ihren Religionen – und in den Totenfesten. Auch Völker ohne Religion haben Totenbräuche. Halloween war so ein Brauch aus Irland, den die irischen Katholiken später übernommen haben.

Am Tag nach Halloween, am 1. November, feiern die westlichen Katholiken Allerheiligen und am 2. November Allerseelen, da ­erinnern sie sich an ihre verstor­benen Lieben – so wie eben die ­Reformierten am Totensonntag, am 22. November.

Bei uns begeht man diese Tage ernst und still, die Mexikaner aber feiern sie mit Musik und Tanz. Sie glauben, dass die Verstorbenen vorübergehend zurückkehren, machen ein buntes Fest und halten viele Süssigkeiten bereit: Sie erwarten nämlich auch die Ankunft der «kleinen Engelchen», der gestorbenen Kinder.

Autor: Gabriela Bonin