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14. September 2015

Machen Sie ruhig mal Pause

Wer eine anhaltende Stressbelastung vermeiden will, braucht Bewältigungsstrategien. Was wir über Stress wissen und die Tipps zur Prophylaxe (rechts).

Entspannen im Boot
Auch Entspannen kann man lernen – zum Beispiel mit Yoga, progressiver Muskelentspannung oder positivem Denken. (Bild: Getty Images)

Der Begriff Stress leitet sich aus dem lateinischen Wort «stringere» gleich «anspannen» ab. In Stresssituationen sind nicht nur unsere Gedanken, sondern oft auch unsere Muskulatur und Körperhaltung angespannt. Dabei gibt es zwei Arten von Stress. Unter negativem Stress (Distress) erleben wir Situationen, die als körperlich, seelisch oder geistig belastend empfunden werden. Dies kann z. B. durch Zeitmangel, Überforderung, Kritik, Streit, Ärger, aber auch durch schlimme Ereignisse wie Kündigung, Unfall oder Tod bedingt sein.
Eine ganz andere Art von Stress kennen wir beispielsweise bei einer Hochzeit, einer Geburt, einem ersten Date oder einer Beförderung. Hier wirken Reize und Belastungen auf uns, die anregend, belebend, leistungsfördernd oder sehr motivierend wirken – also positiver Stress (Eustress).

Menschen reagieren oft ganz unterschiedlich auf Belastungen oder Anforderungen, die man als Stressoren bezeichnet. Ob ein Stressor als negativer oder positiver Stress empfunden wird, hängt von folgenden Faktoren ab:

• Zugrunde liegendes positives oder negatives Ereignis

• Stärke, Anzahl und Dauer der Stressoren

• Persönliche Einschätzung und Bewertung der Situation

• Momentane körperliche und seelische Belastbarkeit

Stress – was passiert mit unserem Körper?
In Stresssituationen wird im Körper die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol in Gang gesetzt. Der Körper reagiert mit einer Beschleunigung von Herzfrequenz und Atmung. Weiter kann es zu einem Anstieg des Blutdrucks, einer Erhöhung der Muskelanspannung und -durchblutung sowie einer mentalen Aktivierung kommen. Letztere steigert etwa Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft, aber es können auch innere Unruhe und Nervosität entstehen. Geschehen diese Reaktionen kurzfristig, können sie hilfreich sein, um akute Anforderungen zu bewältigen oder höhere Leistungen zu erbringen. Kommen sie dagegen sehr häufig vor oder bleiben langfristig, kann dies zu chronischem Stress führen. Ständige Nervosität, Niedergeschlagenheit, permanentes Grübeln, ein geschwächtes Immunsystem bis hin zu Depression oder Burn-out können die Folgen sein.
In akuten Stresssituationen können ein paar tiefe Atemzüge helfen. Auch positive Gedanken, Gedankenumlenkungen oder positive Selbstgespräche können die Situation entschärfen oder auflösen.

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Autor: Theresa Schwarz