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26. August 2013

Liebe(r) ohne Handy

Ständige Ablenkungen durch Handy, Tablet und Fernsehen sind Gift für das Liebesleben. Nur klare Regeln helfen.

Paar mit einem Smartphone in der Hand
Verhindert echte Intimität: Das Smartphone hat in Momenten der Zweisamkeit nichts zu suchen. (Bild: Keystone/Westend61/Vincent Vega)

Smartphone und Co. sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sind ständig in Reichweite und absorbieren einen Teil unserer Aufmerksamkeit. Zuwendung zum Gegenüber ist etwas, das man nur noch nebenher gibt. Mit gravierenden Folgen, wie neue Studien belegen. So zeigt eine Befragung von 523 italienischen Paaren: Diejenigen, bei denen im Schlafzimmer der Fernseher läuft, haben nur halb so viel Sex wie die, die im Bett nicht fernsehen.

Genauso sabotieren auch Handys und Tablets Intimität und Zuwendung. Sie sind immer dabei, man schielt auch im Beisein anderer immer wieder auf das Display. Doch «Ablenkungen sind für ein intimes Gespräch das, was Wasser für Feuer ist», schreiben Edward und Sue Hallowell im Buch «Liebe in Zeiten der Ablenkung». «Das Schielen auf das Handy gibt dem Gegenüber das Gefühl: Es gibt etwas Besseres, Dringenderes, Wichtigeres», sagt die Zürcher Psycho- und Sexualtherapeutin Dania Schiftan. Dabei stecke keinerlei schlechte Absicht dahinter. «Man merkt gar nicht, wie oft man auf das Display schaut. Und fragt der andere nach, ob das Smartphone denn wichtiger sei als er selbst, kommt die Antwort: selbstverständlich nicht», sagt Dania Schiftan. Geht es nur um Banalitäten, kann das Smartphone in der Hand durchaus okay sein. «Aber zum Beispiel beim Essen wird es rasch zum Problem. Dann ist eine Haltung wichtig, die Offenheit für ein Gespräch signalisiert.» Und das funktioniert nur ohne Ablenkungen durch Handy und Tablet. «Dafür braucht es klare Regeln, die man miteinander aushandelt», sagt Dania Schiftan.

Geht es nur um Banalitäten, kann das Smartphone in der Hand durchaus okay sein. «Aber zum Beispiel beim Essen wird es rasch zum Problem. Dann ist eine Haltung wichtig, die Offenheit für ein Gespräch signalisiert.» Und das funktioniert nur ohne Ablenkungen durch Handy und Tablet. «Dafür braucht es klare Regeln, die man miteinander aushandelt», sagt Dania Schiftan. Gar nichts verloren hat das Handy in intimen Momenten. «Kurz nach dem Orgasmus zum Handy zu greifen, das geht einfach nicht», sagt die Psychologin. Klar ist: Smartphone und Co. werden in der Zukunft unser Leben noch mehr durchdringen. Das muss aber nicht zum Schaden für Liebe und Freundschaft sein. «Wenn man darüber spricht und zusammen Regeln festlegt, gibt es keinen Grund zur Sorge», sagt Dania Schiftan.