Archiv
20. Februar 2017

Leistungsdiagnose für Hobbysportler

Messungen der Körperleistung sind nicht nur für Sportprofis sinnvoll. Auch Hobbysportler, Anfänger und Neueinsteiger profitieren von der Leistungsdiagnostik. Denn wer seine Leistungsfähigkeit kennt, trainiert erfolgreicher und mit mehr Spass.

Atemgasanalyse unter Belastung
Um die Ausdauerleistung zu testen, wird unter Belastung eine Atemgasanalyse gemacht. (Bild: Fotolia)

Die Motivation und wie man sich auf einen Sportevent vorbereitet, ist von Sportler zu Sportler verschieden. Von einer leistungsdiagnostischen Abklärung können aber alle profitieren. Hier wird die sportliche Leistung durch standardisierte Tests gemessen.

Ihre Meinung interessiert uns!
Wie oft treiben Sie in der Woche Sport, und wie seriös gehen Sie diesen Ausgleich in Sachen Tests, Auswertung und Aufwand an?


Dabei werden physikalische und physische Parameter bestimmt und bewertet: zum Beispiel die Geschwindigkeit auf dem Laufband, die geleisteten Watt auf dem Veloergometer oder die Herzfrequenz und Sauerstoffaufnahme. Anhand der Daten gibt der Leistungsdiagnostiker Tipps fürs Training. Fortschritt, Stagnation oder Rückschritt können bei regelmässiger Wiederholung dokumentiert und Trainingspläne präzisiert werden.

Auch für Anfänger und Wiedereinsteiger sinnvoll
Eine Leistungsdiagnostik ist nicht nur für Wettkämpfer sinnvoll. Hobbysportler, Sportanfänger oder Wiedereinsteiger trainieren oft mit falschen Intensitäten. Oder sie überfordern sich, weil zum Beispiel die vor Jahren abgespeicherten Kilos beim Bankdrücken, oder das frühere Lauftempo beim Joggen nicht mehr stimmen. So sinkt die Motivation, und das Trainingspensum nimmt nach dem anfänglichen Hoch schnell wieder ab.

Wer aber die richtigen Intensitäten kennt, gestaltet sein Training effektiv und freut sich über kontinuierliche Trainingserfolge. Beim Laufen lässt sich die Intensität beispielsweise über den Puls oder die Laufgeschwindigkeit steuern. Sportuhren mit Herzfrequenz- und GPS-Messung sind mittlerweile unter 200 Franken zu finden.

Im Breitensport hat sich die Leistungsdiagnostik vor allem im Ausdauerbereich durchgesetzt. Hier stehen zwei etablierte Verfahren zur Verfügung. Zum einen die Spiroergometrie, bei der mittels Atemgasanalyse die Energieversorgung unter Belastung erfasst wird, und zum anderen der Laktatstufentest, der anhand des Stoffwechselmetabolits Laktat eine Bewertung der Ausdauerleistung zulässt.

Der Sportart angepasste Tests
Leistungsdiagnostische Tests werden in fast jeder Sportart gemacht: Sprungkraftmessungen bei Volleyballern, Reaktionszeitmessungen bei Eishockeytorhütern, Laufzeitmessungen bei Leichtathleten, Krafttests bei Schwerathleten, Bewegungsanalysen bei Spielsportarten.
Dabei gilt der Grundsatz, so sportartspezifisch wie möglich zu testen. Das heisst, ein Läufer muss auf der Bahn oder auf dem Laufband getestet werden, ein Velofahrer auf dem Radergometer.

Da bei Leistungstests in der Regel bis zum persönlichen Maximum belastet wird, kann eine sportärztliche Untersuchung vorab sinnvoll sein, vor allem nach längerer Trainingspause. Der Sportmediziner überprüft, ob Herz, Kreislauf und der Bewegungsapparat in Schuss sind und das Training beziehungsweise der Leistungstest gestartet werden kann. 

Tipps: So bereiten Sie sich auf den Test vor

1. Eventuell vorgängige Vorstellung beim Sportmediziner

2. Erholt zum Test kommen (genügend Schlaf, kein intensives Training am Vortag)

3. Keine feste Mahlzeit 2-3 Stunden vor dem Test, keine Energydrinks, -riegel oder -gels

4. Eine regenerative Trainingseinheit am folgenden Tag kann nützlich sein, weil die Tests in der Regel intensiv, aber kurz sind.

Autor: Dr. rer. nat. Michael Schwarz ist Sportwissenschaftler und Leistungsdiagnostiker bei Medbase Zürich.