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15. Oktober 2014

Lebewesen zwischen Pflanze und Tier

Ein herbstlicher Rundgang im Naturgarten.

Blutmilchpilz
Blutmilchpilz
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Die herrlich warmen Oktobertage wollen wir nutzen um nachzusehen, ob einige besondere, manchmal etwas mystische Besucher unseres Naturgartens schon eingetroffen sind. Sie zählen sich weder zum Reich der Pflanzen, noch sind sie dem Reich der Tiere zuzuordnen, obwohl einige ihrer Zunft durchaus in der Lage sind bei Nacht und Nebel klammheimlich über den Rasen zu schleichen.

Und wie immer im Herbst gibt es ein Wiedersehen, alle sind sie gekommen, die Teuerlinge, Tintlinge, Becherlinge, Porlinge, Schwefelköpfe und Blutpilze. Auch haben sie wieder ihre bevorzugten Plätze eingenommen, auf den alten Totholzstämmen, im Häcksel der Gartenwege, auf dem Moosboden zwischen den Granitplatten. Die schönen, vielgestaltigen Fruchtkörper sind nur kurze Zeit zu sehen und trotzdem nehmen die kleinen Wichte im Garten eine bedeutende Stellung ein, indem sie, das ganze Jahr hindurch, an der Zersetzung von vielen organischen Stoffen beteiligt sind.

Eine enge Lebensgemeinschaft einiger Pilze mit verschiedenen Algenarten kennen wir als Flechten. Diese wiederum sind Nahrung für die Raupen eines schön gezeichneten Nachtfalters, der Flechteneule. Sie ist dieses Jahr erstmals im Garten erschienen, und durfte gleich ein Jubiläum feiern, denn mit ihr besuchten uns bereits 50 verschiedene Vertreter aus der Familie der Schmetterlinge.