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11. November 2013

Laufbahn auf dem Laufsteg

Über 50-jährige oder mollige Menschen, die modeln, ohne den Stereotypen zu entsprechen: Vier Erfolgsbeispiele aus den letzten Jahren.

Models sind jung, bildhübsch, faltenfrei und tragen nicht ein Gramm Fett zu viel auf den Hüften. So sieht zumindest das Idealbild in vielen Köpfen aus. Die Realität ist eine andere. Menschen über 50 oder im Fachjargon «Best-Age-Models» sind gefragt wie nie. Viele Agenturen wie zum Beispiel Modarta oder Special preisen auf ihren Webseiten Frauen und Männer im besten Alter als Models an. Das verwundert nicht: Werbung für Altersvorsorge, Versicherungen oder Anti-Aging-Produkte ist mit reifen Menschen glaubwürdiger.

Eines der gefragtesten Models der Schweiz ist die 58-jährige Genferin Catherine Loewe. Sie wurde von Zineta Blank, Inhaberin der Agentur Visage, beim Stadtbummel entdeckt. Noch im hohen Alter modeln die Engländerin Daphne Selfe und die Amerikanerin Carmen Dell’Orefice erfolgreich. Sie gelten mit ihren 83 beziehungsweise 80 Jahren als die ältesten Models der Welt. Dass sie mit den jüngeren Kolleginnen nicht mithalten könne, bereitet Daphne Selfe keine Sorgen. Mit typisch britischem Humor sagte sie im Interview mit der englischen Zeitung «Daily Mail»: «Immerhin habe ich meinen Babyspeck mittlerweile verloren.»

Aber auch mit etwas Speck an den Hüften lässt es sich erfolgreich sein. Zwar sind die sogenannten Plus-Size-Models mit Kleidergrössen von 40 an aufwärts immer noch meilenweit davon entfernt, dick zu sein, aber immerhin dürfen sie ihre Kurven auf Laufstegen, Modezeitschriften und Plakatwänden zeigen. Aktuell erfolgreichstes Beispiel ist die Amerikanerin Jennie Runk, die vom schwedischen Modemacher H&M für die Bademodenkampagne vom letzten Sommer ausgewählt wurde. Sie trägt Konfektionsgrösse 42 und ist stolz darauf: «Auch Frauen mit grösseren Rundungen sind attraktiv.»

Autor: Reto Vogt