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23. März 2016

Laub Frosch rezensiert

Heute: «Gartengestaltung mit Hochbeet»

Hobbygärtner Laub Frosch hat die milde Märzsonne zum Bücherschmökern genutzt.
Hobbygärtner Laub Frosch hat die milde Märzsonne zum Bücherschmökern genutzt.
Lesezeit 3 Minuten

Jetzt zum Saisonstart landen wieder vermehrt Gartenbücher bei mir auf dem Schreibtisch. Und weil ich nicht alle selbst unter die Lupe nehmen kann, bin ich auf Eure Mithilfe angewiesen. Diesmal hat sich unser Mitblogger Laub Frosch für uns eine Neuerscheinung zu Gemüte geführt. Was er von «Gartengestaltung mit Hochbeet» hält, erfährt Ihr hier von ihm im O-Ton:
«Für alle, die mehr wollen, als „nur“ Gemüse in einer Holzkiste zu ziehen, gibt es jetzt das Buch „Gartengestaltung mit Hochbeet“ von Victoria Wegner und Heidi Lorey. Ich orientiere mich am Inhaltsverzeichnis.
Mir fällt auf: In diesem Sachbuch hats zwei Einleitungen. Die eine am Anfang zu den 20 „gelungen“ bebilderten und beschriebenen Beispielen für kleine, grosse, städtische und ländliche Gärten. Die andere auf Seite 108, wo es um die Praxis des Gestaltens mit Hochbeeten geht, das heisst, richtige Wahl des Standorts, der Bepflanzung (Kombinationen), Pflege und Ernte. Es wird darauf verwiesen, welche Materialien es braucht und Möglichkeiten es gibt für das Gärtnern im Hochbeet. Hochbeete lägen „im Trend“. Denn sie liessen sich „bequem bepflanzen“ und könnten „nahezu überall angelegt“ werden, steht auf dem Buchumschlag. Und sie würden „dank besonderer Schichtung eine reiche Ente“ versprechen. Sie seien zudem „ein interessantes Gestaltungselement im Garten, mit dem sich Gartenräume einfallsreich gliedern“ liessen.
In der Vergangenheit war der Garten oft reiner Nutz- oder Ziergarten. Heute entwickelt er sich zusehends zum erweiterten Wohnraum, wo Gäste empfangen werden und Sonne genossen wird. Gartenarbeit stellt trotzdem nach wie vor ein notwendiges Übel dar oder dient der Erholung vom Alltagsstress. Hochbeete fand man früher in den südchinesischen Hügelbeeten oder weiterentwickelt in mittelalterlichen Klostergärten. Damals wurden sie mit Holz oder Weidegeflecht befestigt. Heute nutzt man Hochbeete mit unterschiedlichen Materialien und Bepflanzungen als praktisches und dekoratives Gestaltungselement: Raumtrenner, Strukturierung des Gartens, Abgrenzung einer Terrasse, Sichtschutz oder Blickfang. Der Vorteil: Auf kleiner Fläche kann mehr und häufiger geerntet werden als in einem klassischen Gemüsegarten gleicher Grösse. Dank höherer Temperatur in den Hochbeeten keimt Salat schneller und Gemüse reift früher. Das hängt von der richtigen Befüllung ab, die die Bodenqualität beeinflusst und das optimale Pflanzenwachstum fördert. Um diese Themen geht’s im zweiten Teil des Buchs.
Der Praxisteil arbeitet auch vermehrt mit Bildern, thematisiert systematisch Baumaterial, Bepflanzung und Pflege. Die strukturierenden Hochbeete fügen sich wie Möbel in ein Zimmer. Dabei bringen Höhenunterschiede Spannung in den Gartenraum, und die dadurch hervorgehobenen Pflanzen erhalten stärkere Präsenz und Beachtung, auch weil sie uns näher sind. Als Baumaterial werden Stein, Beton, Metall, Stahl, Holz oder Kunststoff eingesetzt. Die verschiedenen Möglichkeiten in der Bepflanzung werden systematisch bezeichnet: von Gehölzen über Kletterpflanzen, Stauden, Gräser und Farne, Zwiebelpflanzen, Gemüse, Kräuter und Obst, jeweils mit Tipps in Kürze. Beim Gemüse mit Planung des Fruchtwechsels über drei Jahre.
Im allerletzten, kürzesten Kapitel wird die graue Theorie nicht weniger farbig dargestellt. Von Filtervlies getrennte Dränage- und Erdschicht und gestaffelter Höhe fürs Gemüsebeet ist die Rede, wobei die Seitenwände des 60 bis 80 Zentimeter hohen Hochbeets dafür sorgen, dass die Temperatur des Bodens zwei bis drei Grad höher zu liegen kommt. Minutiös wird der Schichtaufbau für Gemüsehochbeete auch bildlich dargestellt. Die erhöhten Flächen sind zwar kleiner und erfordern keinen so grossen Aufwand. Doch Schädlinge und Krankheiten machen auch vor einem Hochbeet nicht halt. Es geht also auch hier nicht ohne Pflege. Speziell ist bei höheren Beeten ist auf genügend Wasser für die Pflanzen zu achten.
Diese Lektion des Buchs hat mich überzeugt, und ich überlege mir ernsthaft, wo überall ich im Garten eine neue Struktur mittels Hochbeet einrichten kann.»
«Gartengestaltung mit Hochbeet» von Victoria Wegner und Heidi Lorey, Callwey Verlag, gibts bei Ex libris
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