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21. Oktober 2013

Die La Côte lockt mit offenen Weinkellern

Am Wochenende des 2. und 3. Novembers lädt das Waadtland zu den «Tagen der offenen Keller» zur Entdeckung des Bourru ein. Die besten Tipps für die Region.

Region La Côte
In der Region La Côte öffnen anfangs November 36 Weinkeller ihre Pforten.

36 Weinkeller der Region La Côte öffnen anfangs November ihre Pforten, um den Bourru zu degustieren. Bourru heisst der noch nicht fertige Wein zu Beginn der Gärung. In den zum Weinbaugebiet gehörenden Ortschaften Begnins, Luins, Vinzel und Bursins machen zudem verschiedene Gastronomiebetriebe am Anlass mit und bieten deftige, lokale Spezialitäten wie beispielsweise die traditionellen Malakoffs (Käseschnitten).

Ein gratis Pendelbus fährt die Besucher ab dem Bahnhof Gland VD ins Weinbaugebiet. Zwischen den Ortschaften verkehrt neben dem Bus auch ein kleiner, touristischer Weinbergzug. Mit einem Degustationsglas für 15 Franken erhält man Zutritt zu allen teilnehmenden Weinkellern. Die Winzer der La Côte öffnen ihre Keller am Samstag, 3. November 2013, von 10-18 Uhr, sowie am Sonntag, 4. November 2013, von 10-16 Uhr.

Unbedingt besuchen sollte man die «Route du Vignoble», wie sich die Weinstrasse La Côte nennt, das Vinorama in Rivaz (geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, 10.30 bis 21.30 Uhr) und die malerischen Winzerdörfer des Lavaux wie Cully (4.-12. April 2014 findet hier das Cully Jazz Festival statt), Epesses oder St.-Saphorin. Eindrucksvoll ist die dreistündige Wanderung auf dem Rebenweg von St. Saphorin nach Lutry. Übernachtungs- und Gourmettipp: die L’Auberge du Raisin in Cully. Der Dreigänger «Menu gourmand» kostet 58 Franken.

Der Kanton Waadt ist mit einer Rebfläche von 3818 Hektar nach dem Wallis der grösste Weinbaukanton der Schweiz und besteht aus sechs kontrollierten Herkunftsbezeichnungen (AOC). Das bekanntere Lavaux-Gebiet, das seit 2007 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt und gut 20 Prozent der Waadtländer Rebfläche ausmacht, befindet sich auf einer Länge von rund 30 Kilometern zwischen Lausanne und dem Schloss Chillon. Typisch sind die steilen Rebterrassen, die gut strukturierte, komplexe Weine von ausgeprägter Typizität hervorbringen. Das Lavaux grenzt an La Côte.

Meine Lavaux-Empfehlungen: Les Frères Dubois aus Cully (degustieren Sie eine Flasche Dézaley-Marsens De la Tour Vase 4, Grand Cru «La Baronnie», ein eleganter, ja majestätischer Chasselas, der zu Fisch, Käse und selbst zu Zürcher Geschnetzeltem passt). Alternative: Winzer Blondel, der ebenfalls in Cully zuhause ist. Sein Pré-Lyre 2011 aus St-Saphorin (15 Franken) besticht durch seine kräftig-süsse Nase mit einem Ananas-Duft. Er ist sehr zugänglich, ohne zu viel Säure. Dieser eher feminine Chasselas, spritzig wie ein Sprinter, passt zu Fischgerichten. Blondels Virtuose, eine Cuvée aus Epesses mit Gameret, Garanoir und Diolinoir, zeigt, dass die Waadtländer Winzer auch schöne Rotweine haben. Der zwei Jahre im Eichenfass ausgebaute Tropfen duftet nach überreifen Erdbeeren und passt hervorragend zu Wild.

Autor: Reto Wild