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08. Dezember 2014

«Die 40 besten Tipps für Kurzferien in der Schweiz»

Spontan wegfahren und abtauchen, ein Wochenende eine neue Umgebung entdecken: Der soeben veröffentlichte Reiseführer «Weekends für Geniesser» der Journalistin Gabrielle Attinger beinhaltet 40 Tipps für Kurzferien in der Schweiz und im grenznahen Ausland.

Titelbild Buch Weekends für Geniesser
Titelbild Buch Weekends für Geniesser

Der Titel des neuen Werks ist allerdings etwas irreführend: Denn der Tipp Nummer 14 thematisiert den Bregenzerwald, und dieser gehört bis auf Weiteres nicht zur Schweiz. Die Unterzeile zum Titel musste wahrscheinlich einfach kurz sein. Im Bregenzerwald hat die Autorin dafür wirklich ein Juwel ausgegraben: das Hotel Krone in Au. Die Übernachtung kostet 94 Euro pro Person – Halbpension inklusive.

Ansonsten rät Autorin Gabrielle Attinger zu Tapetenwechsel im Bündnerland, in der Ostschweiz, in der Zentral- und Nordwestschweiz, im Mittelland, Berner Oberland, Wallis, der Westschweiz und im Tessin. Nicht besonders überraschend. Nur: Die kleine Schweiz besteht nun mal aus diesen Regionen. Attinger argumentiert im Vorwort: «Je näher das Reiseziel liegt, desto mehr Zeit bleibt für den Genuss.» Das stimmt!

Der Aufbau der Vorschläge verläuft stets nach dem gleichen Muster: Im Zentrum jedes Tipps steht eine Unterkunft, die sich als Ausgangspunkt für Aktivitäten eignet. Für jeden Tag schlägt die Journalistin ein ganztägiges Programm vor sowie Tipps für Langschläfer oder Schlechtwettervarianten.

Zu den Tipps: Sympathisch, dass die Autorin auch Dreisternehotels wie das «Alpina» in Vals vorschlägt. Allerdings kostet es 95 Franken pro Person. Im Oberengadin empfiehlt sie das «Nira Alpina», das in die Halle der Talstation des Corvatsch führt. Weshalb man in diesem Haus Tandoori-Garnelen, Satay-Stäbchen und Sashimi essen soll, dürfte den meisten Lesern genauso schleierhaft sein wie der Begriff «eklektisches Design». Im Gstaad-Saanenland ist die erste Adresse das Romantik-Hotel Hornberg. Nirgendwo wird man derart freundlich begrüsst und bewirtet wie in diesem Viersternehaus. Davon ist im Sammelband aber nichts zu lesen.

Fazit: Obwohl einige bekannte Adressen und Reiseziele nochmals aufgewärmt werden und teilweise ein wenig lieblos formuliert wird, enthält der Reiseführer interessante Ideen. Das sind sicher nicht die Restauranttipps für Zürich («LaSalle»: steife Atmosphäre, «Les Halles»: tausendfach genannt), sondern Orte wie Saint-Ursanne JU oder das Romantik-Hotel Muottas Muragl auf 2456 Meter über Meer. Weshalb diesen Sammelband nicht als Weihnachtsgeschenk kaufen? Ihn gibt es mit 344 Seiten für 32.70 Franken – bei Ex Libris

Autor: Reto Wild