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07. Oktober 2013

Kulturelles und gastronomisches Erlebnis in Apulien

Bari, sonnig und 23 Grad: Gerade in diesen Tagen ist Apulien, nur gut 100 Flugminuten von Zürich entfernt, eine Reise wert. Wir verraten die besten Adressen.

Die Hafenstadt Bari ist unbedingt einen Besuch wert.
Die Hafenstadt Bari ist unbedingt einen Besuch wert.

80 Prozent des italienischen Olivenöls werden im Stiefelabsatz Italiens, in der Region Apulien, gepresst; Apulien mit den 70 Millionen registrierten Olivenbäumen gehört zu den Hochburgen des guten Essens und Trinkens.

Eines der Lieblingsrestaurants: Pashà in Conversano.
Eines der Lieblingsrestaurants: Pashà in Conversano.

Meine Lieblingsrestaurants: 1. Masseria Il Frantoio bei Ostuni (für 59 Euro im Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert acht Gänge inklusive Weine!). 2. Pashà in Conversano (die raffinierten Gerichte von Maria Cicorella gehören zu den besten ganz Süditaliens). 3. Anticalama bei Pezze di Greco (schwierig zu finden, urchiges Kellergewölbe, lokale Produkte). 4. Maddalena in Savelletri di Fasano (direkt am Meer, Fischspezialitäten modern interpretiert). 5. Ai 2 Ghiottoni in Bari (klassische italienische Küche). 6. Trattoria Angolo Blu in Gallipoli (mitten in der historischen Altstadt, spezialisiert auf das Meer, einfach eingerichtet, keine Homepage, Via Carlo Muzio 45, Tel. 0039 08 33 26 15 00). 7. Il Vico del Gusto in Lecce (am Rand der Altstadt, einfaches Lokal, typische Pasta- und Fischgerichte).

Das schönste Hotel der Gegend: Masseria Alchimia bei Fasano.
Das schönste Hotel der Gegend: Masseria Alchimia bei Fasano.

Wo ich am liebsten übernachte: 1. Masseria Alchimia bei Fasanao (nur 10 Zimmer ab 29 Euro, kein Frühstück möglich, von Olivenbäumen umgeben, 10 Fahrminuten vom Meer, ). 2. Il Bastione in Gallipoli (B&B direkt am Meer, ). 3. Suite Hotel Santa Chiara in Lecce (4 Sterne, klassisch, zentralste Lage in der Altstadt).

Gut zu wissen: Helvetic Airways fliegt nonstop ab Zürich nach Bari und Brindisi, Air Berlin nach Brindisi. Der Küstenabschnitt zwischen Otranto und Leuca im äussersten Süden von Apulien ist besonders malerisch. Um Apulien zu bereisen, benötigt man einen Mietwagen.

Hauptattraktion dieser Region Süditaliens bilden weniger das Meer und die wenigen wirklich schönen Strände bei Monopoli, Polignano oder südlich von Gallipoli, sondern die weissen Dörfer. Ich bewerte diese mit Sternen:

Martina Franca
Martina Franca

5 * und damit unbedingt besuchen sollte man Bari (Hafenstadt mit malerischer Altstadt, auf dem Weg zum Flughafen sieht man einige hässliche Bauten aus der Zeit Mussolinis), Alberobello (touristisch und trotzdem ein Muss, höchste Konzentration von Trulli, wie die weiss getünchten Rundhäuser mit Bruchsteindächern heissen), Martina Franca (auf einer Anhöhe gelegen, einer meiner Favoriten, ausserhalb der Altstadt hat es auch einige Modegeschäfte), Ostuni (gehört optisch zu den schönsten Städten ganz Apuliens, hat nach dem Eindunkeln eine spezielle Atmosphäre, in der Altstadt unzählige Souvenirläden, Restaurants und Bars), Lecce (Grossstadt mit schöner Altstadt, Kandidatin für Kulturhauptstadt 2019, wird Florenz des Südens genannt, für Geschichts- und Architekturinteressierte ein Muss, Stadtführung am besten mit Dionne Guerra, die perfekt Deutsch spricht, www.viapulia.com), Gallipoli (malerisch am Meer gelegen, unbedingt sich in den verwinkelten Gassen der Altstadt ein wenig verlieren, für lokale Produkte bei Cuore Salentino, Via A. De Pace 14 einkaufen) und Otranto (ebenfalls schön am Meer gelegen, historische Stadtmauern zeugen von der wechselvollen Geschichte). Die Reihenfolge der Ortschaften erfolgt von Norden Richtung Süden.

Cisternino
Cisternino

4 * und ebenfalls sehr besuchenswert sind Cisternino (kleine, verwinkelte Altstadt), Polignano a Mare (wiederum malerische Lage am Meer, hier kam Domenico Modugno zur Welt, der Sänger von «Volare»), Conversano (weniger auf dem touristischen Radar und vielleicht gerade deshalb charmant mit dem abends beleuchteten Castello) oder Leuca (der südlichste Punkt Apuliens, Strandpromenade mit Villen aus vergangenen Zeiten).

3 * erhalten Fasano (weniger touristisch), Locorotondo (schön auf einem Hügel gelegen) und Carovigno. Für alle erwähnten Dörfer gilt: Das Leben spielt sich bis 12/13 Uhr ab und dann wieder ab 15/16 Uhr. Dazwischen ist Siesta, und die Ortschaften wirken dann wie museale Geisterstädte.

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild