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14. Dezember 2015

Korrekte Behandlung bei Diskushernien

Diskushernien sind schmerzhaft und schränken die Mobilität erheblich ein. Doch nur die wenigsten Patienten müssen operiert werden. Wichtig sind eine rasche Diagnose und die korrekte Behandlung.

Operation Diskushernien verhindern Chiropraktik
Chiropraktische Behandlungen können Operationen oft verhindern (Bilder: Fotolia und Getty Images).

Wie ein Kissen liegt die Bandscheibe zwischen den Wirbelkörpern. Sie macht die Wirbelsäule beweglich und dämpft Stösse. Ihre faserige Hülle umschliesst einen gallertartigen Kern, und sie kann nach langer Fehl- und Überbelastung oder durch einen Unfall reissen. Dann quillt der Gallertkern nach aussen und macht sich in der Umgebung der Bandscheibe breit. Dort kann er auf einen Nerv oder auf das Rückenmark drücken: Eine Diskushernie (Diskus: Scheibe, Hernie: Bruch) ist entstanden.

Reisst die Hülle der Bandscheibe (blau), dann tritt der Kern aus und drückt auf die Nerven (rot).

Reisst die Hülle der Bandscheibe (blau), dann tritt der Kern aus und drückt auf die Nerven (rot).

Das Wort beschwört Bilder von Operationssälen und hartnäckigen, quälenden Beschwerden herauf. Das entspricht nicht der Wirklichkeit: Trotz ihres Rufs als Schreckgespenst verursachen Diskushernien meist keine oder nur geringe Beschwerden.

Richtige Diagnose ist entscheidend

Schnelles Handeln ist bei Patienten angezeigt, bei denen Empfindungs- und Reflexstörungen, Kontrollverlust über Blase und Darm oder gar Lähmungen auftreten. Dann ist eine Operation manchmal unumgänglich. In der Mehrzahl der Fälle bleibt es jedoch bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Deshalb ist es von Bedeutung, eine Diskushernie richtig zu erkennen und einzuordnen.

Am häufigsten entsteht eine Diskushernie in der unteren Halswirbel- und in der unteren Lendenwirbelsäule. Schmerzen können plötzlich und überaus stark auftreten, sich aber auch schleichend bemerkbar machen.

In der akuten Phase und wenn eine Operation nicht zwingend ist, sollte man ruhig stellen, kühlen und präzis chiropraktisch zur Entlastung der bedrängten Nerven behandeln. Erst nach ausreichender Besserung sollte man sich wieder schonend körperlich betätigen – am besten mit fachlicher Anleitung. Auch in schweren Fällen kann die chiropraktische Behandlung eine Operation oft verhindern. Wichtig sind dafür eine rasche fachkompetente Diag­nose und Behandlung.

Autor: Bruno Gröbli