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13. Januar 2014

Der Panorama-Wagen

Der neue Kompaktvan von Citroën punktet mit seinem lichtdurchfluteten und noblen Interieur. Familie Schärli aus dem bernischen Huttwil prüft, ob der Grand C4 Picasso auch sonst überzeugt.

Familie Schärli vor dem Citroën Grand C4 Picasso
Mit dem Citroën Grand C4 Picasso zur Schlittelpartie auf dem Ahorn im Napfbergland: Dominik, Jasmin, Gaby, Pascal, Xaver und Marcel Schärli (von links).

Schlitteln mit der ganzen Familie macht Freude – auf eine Rutschpartie auf der Fahrt dorthin verzichtet man hingegen gerne. «Ich staune, wie gut der frontgetriebene Citroën Schnee meistert», sagt Xaver Schärli (46) zum Kompaktvan und fügt an: «Wir haben ihn vielen Verwandten gezeigt und nur positive Reaktionen erhalten.»

Ein guter Teststart also für den Grand C4 Picasso, die 16 Zentimeter längere und optional siebenplätzige Variante des neuen Picasso. Auch beim Raumangebot überzeugt der Franzose, wie Gaby Schärli (41) meint: «In der Mitte sitzt man wirklich sehr luftig. In Reihe drei sind es, wie üblich, nur Notsitze. Nutzt man die, wird der Laderaum winzig», gibt die Familienfrau zu Protokoll: «In engen Parklücken wären zudem Schiebetüren praktischer. Aber dafür ist alles sehr variabel, jeder fühlt sich wohl. Als Beifahrerin relaxt man dank hochfahrbarer Beinauflage.»

Ein Alltagstalent mit viel Raum und Komfort

Die vier Kinder Marcel (12), Dominik (11), Jasmin (9) und Pascal (4) freuen sich vor allem über die grosszügige Verglasung. «Da sitzt man fast wie im Freien», berichtet Marcel. Dominik und Pascal kritisieren nur die schmalen Sitze in der dritten Reihe. Beim Cockpit gibt es keine Kritik an der edlen Verarbeitung des luxuriösen Vans, aber an den zwei vielfach einstellbaren Digitalanzeigen: «Diese vielen Assistenz- und Multimediasysteme sind gar zu viel an Elektronik», gibt Xaver Schärli zu bedenken.

Dafür lobt er die gute Übersicht und den 150 PS starken Dieselmotor. «Sehr durchzugstark, dennoch äusserst leise – einfach gut», staunt der Betriebsmechaniker, «auch wenn unser Testverbrauch mit über sechs Litern gut zwei Liter über der Werksangabe liegt.» Gaby Schärli liebt den feinen Komfort: «Der Picasso federt sehr angenehm und lenkt sich leicht, aber präzise und sympathisch flott um jede Kurve.»

Zum Schluss die entscheidende Frage: Könnte sich die Familie Schärli vorstellen, von ihrem zehnjährigen VW Touran zum neuen Citroën Grand C4 Picasso zu wechseln? «Das Preisleistungsverhältnis ist sehr gut. Aber für unseren Geschmack steckt zu viel Elektronik drin – daher leider nein», resümiert Xaver Schärli. Seine Gattin stimmt zu, doch betont: «Sonst überzeugt er aber rundum mit Alltagstalent, Platz und Komfort.»

CO2-Richtwerte

Grafik zum CO2-Verbrauch des Citroën Grand C4 Picasso
Der CO2-Verbrauch des Citroën Grand C4 Picasso.

Der CO2-Verbrauch des Citroën Grand C4 Picasso

Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Wertes (2012: 151 g/km) aus, bedeutet das für 2014 einen Richtwert von 137 g/km. Der Testwagen liegt mit 110 g/km bereits klar tiefer.

Informationen zum Bewertungssystem

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Seit 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die seit dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert wurden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen. Bis 2020 soll der Grenzwert dann voraussichtlich auf 95 g/km gesenkt werden.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 mussten ihn 65 Prozent der Neuwagen, im Jahr 2013 75 Prozent der Neuwagen erfüllen. 2014 sind es bereits 80 Prozent der neuen Personenwagen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 151 Gramm pro Kilometer im Jahr 2012. Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 130 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa aktuell 137 Gramm pro Kilometer für 2014. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen