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16. Dezember 2013

Körpertechnik

Weg vom Smartphone, ran an den Körper: Nach den schlauen Uhren kommen intelligente Brillen und Fingerringe. Aber das ist noch nicht alles.

Die intelligente Brille Google Glass
Die intelligente Brille Google Glass (Bild: zVg).

150 Mal pro Tag zieht jeder Smartphone-Besitzer im Schnitt sein Telefon aus dem Hosensack. Nicht mehr lange! Bereits in wenigen Jahren informiert ein virtueller Bildschirm im Sichtfeld über neue E-Mails. Am Finger steckt ein Ring, der vibriert, wenn ein Termin ansteht, und die Uhr am Handgelenk zeigt eingehende Anrufe. Technische Geräte verschmelzen schon bald mit dem Alltag, bis sie künftig gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden. Zwar ist dieses Szenario noch Zukunftsmusik, aber die dazu nötige Technik gibts bereits.

Verschmelzung mit dem Alltag

Der Smarty Ring informiert über ankommende Nachrichten
Der Smarty Ring informiert über ankommende Nachrichten (Bild: zVg).

Intelligente Uhren, Ringe und Brillen empfangen dank steter Verbindung mit dem Smartphone sämtliche Informationen, die gleichzeitig auf dem Telefon eintreffen. Damit entfällt längerfristig der regelmässige Griff in den Hosensack oder die Handtasche. Alles, was wir wissen müssen, erfahren wir so: Es erscheint im Blickfeld, am Handgelenk oder Ringfinger. SmartWatches sind heute bereits Tatsache, auch wenn die ersten Generationen noch kranken. Die für das Jahr 2015 geplante schlaue Brille namens Google Glass bringt unter anderem «Augmented Reality» aufs Auge. Das heisst in der Praxis: In der näheren Umgebung sehen Sie plötzlich interessante Orte, gute Restaurants oder den nächsten Geldautomaten und lassen sich direkt dorthin navigieren – eine virtuelle, blaue Linie weist den Weg. Es gibt unzählige weitere Anwendungsmöglichkeiten. Personen, die eine Vorabversion der Brille nutzen, dokumentieren ihre Erlebnisse auf Google+ . «Smarty Ring» ist ein ähnliches Projekt wie die schlauen Uhren: Ein integriertes Display neu eingetroffene E-Mails, Statusnachrichten aus sozialen Netzwerken, verpasste Anrufe und vieles mehr.

Kleider mit W-Lan-Hotspot

Darüber hinaus findet die moderne Technik Einzug in den Haushalt, unter anderem ins Badezimmer. Dort steht eine Waage, die mit dem heimischen Wi-Fi-Netzwerk verbunden ist. Im Gegensatz zu analogen Messgeräten zeigen die digitalen nicht nur das Gewicht an, sondern berechnen mit Hilfe von Daten wie Geschlecht, Alter, Grösse und geringen Stromstössen auch Körperfettanteil oder Herzschlag. Wer möchte, kann alle Werte automatisch mit Freunden teilen und diese über Fortschritte bei der Diät auf dem Laufenden halten. Lang dauert es nicht mehr, bis die Geräte untereinander kommunizieren – ohne Einwirkung der Menschen. 50 Milliarden Geräte sollen bis in weniger als zehn Jahren mit dem Internet verbunden sein, schätzt Netzausrüster Ericsson. Das könnte zu folgender Situation führen: Die Kaffeemaschine und der Backofen zu Hause wissen aufgrund eines Kalendereintrags auf dem Smartphone, dass es heute Abend später wird, weshalb die automatische Aufwärmphase zwei Stunden später als gewohnt beginnt ...

Das WLAN-T-Shirt zeigt Hotspots in der Nähe
Das WLAN-T-Shirt zeigt Hotspots in der Nähe (Bild: zVg).

Zurück in die Gegenwart. Kleiden Sie sich in Technik! Es gibt T-Shirts mit eingearbeiteter Leuchtfläche, die durch zwei normale AAA-Batterien mit Strom versorgt wird. Wenn sich der Träger einem Wi-Fi-Hotspot nähert, aktiviert sich das Kleidungsstück und zeigt die Signalstärke an.

Autor: Reto Vogt