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02. März 2015

Können Parfüms belästigend wirken?

Im Duft baden
Nicht für alle eine verlockende Vorstellung: Im Duft baden... (Illu: Andreas Klammt, Muxxi/die Illustratoren)

Wir sind alle Narzissten geworden. Das sagt jedenfalls die Theorie: Im Ich-Kult der Spätmoderne verwandelt sich der Mensch in ein Produkt der postindustriellen Massenkultur.

Und im Dienste des Selfdesigns umstellt er seine Existenz mit Hilfskonstruktionen aus der Welt des Konsums, um möglichst attraktiv zu wirken.

Eine solche mutmassliche Attraktivitätskrücke sind Düfte. Die Auswahl an Duftwässern ist heute so gross wie nie. Starker Duft aber gilt seit jeher als unfein.
Unlängst sass ich beim Frühstück im famosen Mandarin Oriental Hotel in New York City, und mir blieben fast die Eggs Benedikt im Halse stecken, weil die Dame am Nebentisch so überwältigend mit einem dieser spätmodernen synthetischen Unisex-Mischmaschdüfte parfümiert war.

Auch Düfte können die Privatsphäre verletzen. Also: lieber einen oder zwei Spritzer weniger. Danke.

Diskutieren Sie mit: Wie viel Parfüm ist zu viel? Haben Sie sich auch schon über störende Duftwolken beschwert?

Autor: Philipp Tingler