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27. März 2017

Königin des Teichs

Seerosen gehören zum Attraktivsten, was ein Gartenteich bieten kann. Das wusste schon Claude Monet, dessen Seerosenbilder Kult sind. Wer keinen Teich hat, setzt die Nymphaea in ein halbes Fass oder in einen Bottich. Bester Zeitpunkt dafür ist Mai.

Claude Monets «Seerosen», (1907, Öl auf Leinwand).
Claude Monets «Seerosen», (1907, Öl auf Leinwand). Der Künstler sagte von sich, dass er für nichts gut sei, ausser fürs Malen – und fürs Gärtnern (Bild: Fondation Beyeler).

«Monet? Das ist doch der Typ mit den Seerosen!» Selbst wenig kunstaffinen Menschen ist der französische Maler ein Begriff, dem die Fondation Beyeler in Riehen BS noch bis 28. Mai eine Sonderausstellung widmet.

Eine Vielzahl seiner Motive fand Claude Monet (1840–1926) ­tatsächlich in seinem Garten in ­Giverny bei Paris. Ein stets wiederkehrendes Thema: die Seerosen in seinem «jardin d’eau», zu deren ­Pflege er extra einen eigenen Gärtner ein­stellte. Dessen Aufgabe: jeden Morgen mit dem Boot den Teich befahren, um die Seerosenblätter – eines nach dem anderen – zu waschen.

Doch es ist anders, als diese Anekdote glauben lässt: Seerosen brauchen wenig Pflege. Selbst in einem kleinen Topfteich, wie er sich etwa auf dem Balkon oder der Terrasse gut macht, fühlen sie sich wohl. Ein wenig Basiswissen kann aber dennoch nicht schaden.

Teichkörbe erleichtern das Handling

Die Seerose – dazu zählt auch die meist etwas unscheinbarere Teich­rose – kommt praktisch rund um den Globus vor. Mit ihren langgestreckten oder knollenförmigen Rhizomen verankert sie sich im Schlamm.

Die Nymphaea, so die lateinische Bezeichnung, ist eine sogenannte Schwimmblattpflanze. Ihre Blätter sorgen für eine Schattierung der Wasseroberfläche und verhindern so die Ausbreitung von Algen, was Teichbesitzer zu schätzen wissen. Eine Wachsschicht lässt Tropfen abperlen, sodass die Blätter nicht sinken. Regnet es, schliessen sich die Blüten.

Seerosen auf dem Teich
Seerosen auf dem Teich

Seerosenblätter überdecken schnell einmal grosse Flächen. Weniger ist drum mehr (Bild: Almut Berger).

Die Farbpalette der rund 50 Arten und Zuchtsorten reicht von Weiss über Gelb und Rosa bis hin zu dunklem Rot. Je nach Sorte erstreckt sich die Blütezeit vom Frühjahr bis in den Herbst. Manche Blüten duften stark.

Einheimische Arten sind frosthart und überwintern im Teich oder auch im Miniteich. Es gibt sie für Wassertiefen ab 20 Zentimetern. Die beste Pflanzzeit ist von Mai bis August; dann haben sie genug Zeit einzuwachsen. Tropische respektive subtropische Arten hingegen brauchen zum Überwintern einen hellen Indoorplatz, entsprechend ist der Aufwand.

Seerose im Minitech
Seerose im Minitech

Vorausgesetzt, die Sorte stimmt, gefällts Seerosen auch im Miniteich (Bild: Friedrich Strauss).

Seerosen werden am besten in Teichkörbe gesetzt (siehe rechts, «So klappt es mit den Seerosen»). Sie grenzen das wuchsfreudige Rhizom ein, das sich sonst rasch über den Teichboden ausbreiten würde. Ausserdem erleichtern die Körbe die Entnahme, wenn die Pflanze gereinigt oder geteilt werden soll. Seerosenblätter überdecken schnell einmal grosse Flächen. In den meisten Teichen reichen deshalb zwei, drei Exemplare.

Monets Garten mit dem Seerosenteich war schon zu dessen Lebzeiten ein begehrtes Ausflugsziel. Heute ist er die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Nordfrankreich.

Autor: Almut Berger