Archiv
14. März 2016

Kinderzimmer spielerisch aufräumen

Für Kinder ist Ordnung im Zimmer nicht entscheidend. Umso wichtiger ist es, sie spielerisch zum Aufräumen zu bewegen.

Alles an seinem Platz:  Ordnung kann auch Kindern Freude machen
Alles an seinem Platz: Ordnung kann auch Kindern Freude machen (Bild: Getty Images).

Die sorgfältig aufgebaute Playmobillandschaft bedeckt seit Tagen den Boden im Kinderzimmer. Heute möchte die Mutter staubsaugen, Sara und Tobia möchten noch spielen. Wer gewinnt?

Das ist die falsche Frage, findet Caroline Märki (45), Familienberaterin und Leiterin Familylab Schweiz. «Es geht nicht darum, Kinder zu ‹besiegen›. Denn diese kooperieren, wenn Eltern eine gute Beziehung pflegen und im richtigen Ton mit ihnen reden.»

Rennt die Mutter genervt ins Kinderzimmer und zetert: «Was ist das für eine Sauordnung!», stehen die Chancen schlecht.

Besser kommt an, wenn die Eltern ruhig, aber bestimmt fordern: «Räum bitte deine Kleider weg.» Ob das die Kinder und Jugendlichen gern oder gar freiwillig tun, spielt keine Rolle: Sie dürfen ruhig lernen, dass sie manche Dinge erledigen müssen – gern oder nicht.

Streikt ein Kind trotzdem, steckt laut Caroline Märki manchmal ein ­klarer Grund dahinter: «Vielleicht ist es ­gestresst von der Schule – oder hungrig.» Ihr Rat: «Dann kann das Kinderzimmer gut noch einen Moment warten. Oft wird es nach dem Essen oder nach einer Er­holungspause ohne Murren aufgeräumt.»

Wohnzimmer soll chaosfreie Zone sein

Während kleine Kinder Hilfe brauchen wie «Komm, wir räumen zusammen deine Legosteine weg», haben Sechsjährige im Kindergarten gelernt, ihre Sachen selbständig wegzuräumen.

«Doch es muss nicht überall dieselbe Ordnung herrschen», betont Märki. Sie selber definierte für ihre drei Kinder das Wohnzimmer als chaosfreie Zone. Was dort liegenblieb, landete in einem Sammelkörbchen. Dafür respektierte sie das Kinderzimmer als «Reich der Kinder», das nicht piekfein aufgeräumt sein muss.

Für die grossen Playmobil-Landschaften fand Caroline Märki eine pragmatische Lösung: Sie stellte eine Festbank ins Spielzimmer. Dort dürfen Spielwelten tage­lang stehen bleiben. Und der Boden ist frei, damit die Eltern ungestört staubsaugen können.

Autor: Claudia Weiss