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12. Januar 2015

Kinderbetreuung: Vertrauen über alles

Lassen Eltern ihre Kinder fremdbetreuen, haben Grosseltern Vorrang. Dies und weitere Fakten verrät die neuste Umfrage von Famigros und Migros-Magazin.

Anni Niedermann und Enkel Nico
Freuen sich aufeinander: Anni Niedermann (66) und Enkel Nico (13 Monate).

Alle Eltern stehen früher oder später vor demselben Problem: Wer schaut nach unseren Kindern, wenn wir arbeiten müssen, einen Arzttermin haben oder mal ein paar freie Stunden für uns brauchen? Es gibt keine eindeutige Antwort auf die Frage. In manchen Familien springen in erster Linie die Grosseltern ein, andere organisieren einen Babysitter oder lassen die Kinder regelmässig im Hort betreuen. Es gibt auch die Eltern, die Erziehungsverantwortung am liebsten gar nicht in fremde Hände geben.

Die Famigros hat in Zusammenarbeit mit dem Migros-Magazin eine gross angelegte Umfrage zum Thema «Fremdbetreuung» durchgeführt. Im August des letzten Jahres wurden 1322 Famigros-
Mitglieder aus allen Landesteilen befragt. Die Marktforscher wollten zum Beispiel wissen, welche Betreuungsvarianten bevorzugt genutzt werden, wie viel Vertrauen die Mamis und Papis in Kinderkrippen und Co. haben oder ob man die Kleinen auch mal für ein paar Minuten allein lassen kann.
Wir haben die wichtigsten Ergebnisse dieser Umfrage unten für Sie ausgewählt und zusammengestellt.

Familien-Umfrage: Fakten zur Fremdbetreuung

Fakten der Familien-Umfrage zum Thema Fremdbetreuung
Fakten der Familien-Umfrage zum Thema Fremdbetreuung

Zum Herunterladen: Die Doppelseite im Migros-Magazin vom 12. Januar 2015 (S. 34/35, PDF-Format, 0.8 MB)

BIS ZEHN JAHRE BENÖTIGEN KINDER FREMDBETREUUNG

Fremdbetreuung: Bis wann?
Fremdbetreuung: bis wann?


WENIG VERTRAUEN FÜR NICHT NAHESTEHENDE

Fremdbetreuung: durch wen?
Fremdbetreuung: durch wen?


DAS SAGT DIE GROSSMUTTER

Anni Niedermann, warum stehen Sie donnerstags besonders zeitig auf?

Weil ich an diesem Tag meinen kleinen Enkel Nico hüte. Da meine Tochter mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich wohnt, muss ich schon um kurz nach sechs Uhr in Arnegg SG losfahren. Wenn alles klappt, bin ich dann eine Stunde später da.

Wie lange bleiben Sie jeweils?

Bis Mami und Papi abends von der Arbeit zurückkommen. Die Zeit vergeht immer sehr schnell. Nico und ich sind viel mit dem Kinderwagen unterwegs. Ich koche, ich helfe ein wenig im Haushalt mit, und ich spiele sehr viel mit meinem Enkel.

Mussten Sie lange überlegen, als Ihre Tochter gefragt hat, ob Sie sich an Nicos Betreuung beteiligen wollen?

Überhaupt nicht. Nico ist unser erstes Enkelkind. Gerade weil wir weiter weg wohnen, ist das doch eine sehr schöne Gelegenheit, den Kleinen richtig kennenzulernen und eine Bindung zu ihm aufzubauen. Das ist mir sehr wichtig.

Wie sieht der kleine Mann das? Mag er die Donnerstage mit seinem Grosi?

Ich glaube schon. Wenn er das Omi im Treppenhaus sieht, dann rudert er immer wild mit seinen Ärmchen und strahlt mich an. Neulich gabs beim Abschiednehmen sogar Tränchen.

Autor: Bettina Leinenbach