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15. Februar 2016

Kasperli David Bröckelmann

Als Kind hörte er den Kasperli, heute spricht er ihn: David Bröckelmann ist Sprecher, Schauspieler und Imitator. Bekannt ist er für seine Parodien in «Giacobbo/Müller». Bisher unbekannt war seine Schwäche für Süsses und Kerzenlicht.

Mein Lieblingsort

Der Wohnwagen steht im Garten meiner Schwester. Sie wohnt in unserem Elternhaus. Zu Beginn der Schauspielschule lebte ich noch daheim und lernte jeweils im Garten Texte auswendig. Zum Texten komme ich immer noch hierher. Und wenn es regnet, arbeite ich im Wohnwagen.

Meine Leidenschaft

Mein Vater nahm mich früher in den Wald mit zur Holzgant. Wir holzten und schichteten die Scheite für den Winter auf. Wenn ich Zeit habe, mache ich das heute noch – fürs Cheminée. Es ist einfach ein ­schönes Ritual, eine Familientradition.

Meine Frauen

Meine Frau Salomé (2. von links), meine Schwester und ihre zwei Töchter sind meine ersten Kritikerinnen. Von ihnen kann ich Kritik am ­besten annehmen. Eine Kindermeinung ist gerade bei Kasperlitheater wichtig. Salomé Jantz (40) und ich sind seit bald elf Jahren zusammen, verheiratet sind wir seit acht Jahren. Unser Geheimnis: Wir lassen nie die Sonne über einem Streit untergehen. So etwas über Tage hinauszuziehen, bringt nichts.»

Mein Zuhause

... ist auch ein guter Ort zum Schreiben. Wenn es schön ist, texte ich draussen, sonst gern vor dem Cheminée. Abends sitze ich mit Salomé davor. Dann schalten wir ab, trinken ein Glas Wein oder diskutieren über dies und das. Hier schliessen wir den Tag ab.

Meine Lieblingsrolle

Eine Rolle, die mich seit Jahren begleitet: der Nachtwächter von St. Alban vom szenischen Rundgang in Basel. Mir gefällt diese ­Inszenierung, weil sie nachts stattfindet und draussen. Da ist die Stadt die Bühne. Und wenn meine Frau im Rokoko­kleid um die Ecke biegt – das ist genial.

Meine Katze

Im Dezember haben wir Bell aus dem Tierheim geholt. Sie war genau an dem Tag dort eingeliefert worden, als unsere Katze starb. Das musste irgendwie so sein. Es war Liebe auf den ersten Blick, von beiden Seiten.»

Mein Lieblingskerzenständer

In ein altes Haus gehören Kerzenständer. Man ist unabhängig von Strom, und Kerzen schaffen sofort eine lässige Atmosphäre. Das hier ist mein Lieblingskerzenständer; den platziere ich dort, wo wir gerade essen. Wir haben eine klare Aufgabenteilung: Salomé kocht, ich decke den Tisch – inklusive Kerzenkonzept.

Mein Lieblingsprodukt

Salomé hat die Kokos-­Schoggi-Guetsli entdeckt. Manchmal, wenn ich nachts nicht schlafen kann, gehe ich an den Kühlschrank und tue mir Gutes.

Autor: Laila Schläfli

Fotograf: Jorma Müller