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28. November 2016

Kalorienfallen im Winter

Schnell is(s)t man verführt – oder: Vorweihnachtszeit ist auch Winterspeckzeit. Was Sie über derzeit überall lauernde Ernährungsfallen wissen müssen.

Kalorienreiche Versuchungen
Kalorienreiche Versuchungen sind jetzt wieder allgegenwärtig. (Bild: Keystone)

Jetzt lauern sie wieder überall, die kulinarischen Versuchungen: hier ein Lebkuchenhaus, dort eine Schale mit Weihnachtsguetsli. Und in der heimischen Küche wird fleissig gewerkelt, genascht und degustiert. Kein Wunder, legen viele in der Vorweihnachtszeit ein paar Pfunde zu. Eine leichte Gewichtszunahme ist aber kein Grund, nervös zu werden: Sie ist eine normale Antwort auf die kalte Jahreszeit. Studien zeigen, dass wir uns im Winter weniger bewegen. Dadurch schrumpft der Muskelanteil, und es werden weniger Kalorien verbraucht. Umgekehrt steigt in der dunklen Jahreszeit der Appetit: Tatsächlich futtern wir im Herbst und Winter bis zu 200 Kilokalorien mehr pro Tag als im Frühling.

Erwiesenermassen greifen wir bei den Kohlenhydraten besonders gern zu. Dies wohl deshalb, weil Kohlenhydrate zur Bildung von Serotonin beitragen. Der Spiegel dieses körpereigenen Glückshormons ist an dunklen Tagen tiefer. Leider wirken die Kohlenhydrate auch aufs Gewicht: Sind Blutzucker- und Insulinspiegel hoch, läuft die Fettverbrennung auf Sparflamme. Mit ein Grund für den gesteigerten Appetit ist das im Winter erhöhte Schlafbedürfnis. Kommen wir diesem nicht nach, sind die am Hunger- und Sättigungsmechanismus beteiligten Hormone Ghrelin und Leptin fehlgesteuert – die Lust auf kalorien­reiche Lebensmittel steigt.

Dennoch gilt all dies nicht als Ausrede für den Winterspeck. Die naturgegebenen Gewichtsschwankungen im Jahresverlauf machen maximal ein bis zwei Kilogramm aus. Deshalb gilt: auch bei Schnee und an kurzen trüben Tagen Mass halten, sich regelmässig bewegen und genügend schlafen. Kommt man mit den länger werdenden Tagen wieder richtig in Schwung, sollte sich das Körpergewicht von selbst wieder einpendeln. 

TIPPS: Geniessen, ohne zu bereuen

Lust auf Süsses? Essen Sie Mandarinen oder schwarze Schokolade. Mandarinen liefern viele zellschützende Inhaltsstoffe, Schokolade wirkt stimmungsaufhellend und anregend. Je höher der Kakaoanteil, umso weniger steigt der Blutzuckerspiegel.

Gegen spanische Nüssli spricht nichts. Sie enthalten Resveratol, das antioxidativ wirkt und die Zellen schützt. Zudem sättigen Nüsse und sind reich an hochwertigen Fettsäuren, Proteinen, Kalzium und Magnesium.

Verdienen Sie sich Süssigkeiten und kohlenhydratreiche Gerichte durch Bewegung. Also: zuerst ein ausgedehnter Winterspaziergang – dann der Guetsliteller.

Geniessen Sie bewusst und mit allen Sinnen, und lassen Sie sich Zeit beim Essen. So nehmen sie Ihr Sättigungsgefühl wahr und halten Mass.

Winterblues? Auch Kaffee macht munter und ist stimmungsaufhellend. Das Gleiche gilt für Gewürze, die in der Adventszeit hoch im Kurs stehen, etwa Chili, Vanille, Safran oder Muskatnuss.

Autor: Marianne Botta