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16. Juni 2014

Jugendliche: Finanzen im Griff

Junge Schweizer gehen haushälterisch mit ihrem Geld um. Bei vielen bleibt Ende Monat sogar etwas übrig.

Junge Frau schaut sich in einem Laden Schuhe an.
ugendliche verprassen ihr Geld für teure Schuhe und Klamotten – so das Klischee. Stimmt nicht! Lieber geben sie es für Aktivitäten mit Freunden aus. (Foto: Getty Images)

Die Jacobs Foundation hat 1020 Schweizer Jugendliche im Alter zwischen 15 und 21 Jahren über ihren Umgang mit Geld befragt. Die Antworten der repräsentativen Studie zeigen einen mehrheitlich bodenständigen und verantwortungsbewussten Um-gang mit den finanziellen Gegebenheiten.

Im Mittel verfügen Jugendliche über rund 500 Franken monatlich, die überwiegend von den Eltern kommen. Allerdings müssen unter jenen, die noch zur Schule gehen, viele mit 100 Franken auskommen, während bereits Berufstätige bis zu 3500 pro Monat zur Verfügung haben. Gemeinsam ist allen: Man arrangiert sich grundsätzlich mit dem, was man hat. So sagen 79 Prozent, sie hätten genug oder mehr Geld, als für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse nötig sei. «Dabei sind immaterielle Werte wichtiger als Materielles. 72 Prozent der Befragten investieren ihr Geld lieber in eine gute Zeit mit Freunden als in teure Dinge», hält die Studie fest. Die Budgetdisziplin der Jugendlichen ist solide:84 Prozent teilen ihr Geld in der Regel so ein, dass es für den ganzen Monat reicht. Doch es gibt auch etliche, meist solche mit sehr knapp bemessenen Finanzen, denen es nicht reicht. So gaben 6 Prozent an, sie müssten sich manchmal am Monatsende Geld leihen, um über die Runden zu kommen.

Auf der anderen Seite gelingt es über 80 Prozent der Befragten, Ende Monat regelmässig etwas zurückzulegen. «Auch wir stellen fest, dass sehr viele Jugendliche bewusst und verantwortungsvoll mit Geld umgehen», sagt Daniel Jenal (33), Verantwortlicher Konsum bei Pro Juventute. Eine aktive Rolle des Elternhauses sei dabei wichtig. «Vor allem Jugendliche, die in ihrer Familie schon als Kinder in Diskussionen und Überlegungen rund um Geld und Konsum einbezogen werden, können später auch selber gut mit Geld umgehen.»

Autor: Daniel Schifferle