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24. März 2014

Jede vierte Befruchtung fruchtet

Wie viele In-vitro-Fertilisationen führen zu Geburten? Die wichtigsten Zahlen und Fakten. Benötigten auch Sie medizinische Hilfe für den Kinderwunsch? Verraten Sie uns Ihre Geschichte.

Das grosse Krabbeln aus dem Reagenzglas
Das grosse Krabbeln aus dem Reagenzglas (Bild: iStock Photo).

Die künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation) gibts seit den 60er- und 70-Jahren. Sie wurde vom Briten Robert Edwards erfunden, der dafür 2010 den Nobelpreis der Medizin erhielt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich diese Fortpflanzungsmethode längst etabliert: Im Jahr 2011 liessen sich hierzulande über 6200 Paare behandeln.

Rasanter Anstieg im 2005

Die Zahl ist seit sechs Jahren konstant: Im Jahr 2008 leisteten sich ebenfalls rund 6000 Paare medizinische Hilfe bei der Befruchtung. Zuvor war das nicht der Fall. Die Zahl behandelter Frauen stieg von 3470 im Jahr 2002 innert dreier Jahre auf über 4400 jährlich – bis sich 2007 schon knapp 5500 Paare einen In-vitro-Spezialisten aufsuchten.

Unverändert bleibt dagegen die Erfolgsquote. Zwischen 2002 und 2011 führte die In-vitro-Fertilisation bei rund einem Drittel der Frauen zu einer Schwangerschaft. Allerdings bedeutet das nicht immer gesunden Nachwuchs. Seit zehn Jahren führen nur drei von vier künstlich herbeigeführten Schwangerschaften zu einer Geburt.

Wenn, dann richtig …

Fast jede vierte Frau muss – rein statistisch gesehen – bei einer künstlichen Befruchtung mit einer Fehlgeburt rechnen. Ausserdem müssen einige Schwangerschaften wegen Komplikationen abgebrochen werden. Wie das Bundesamt für Statistik meldet, waren im Jahr 2011 drei Prozent der Frauen betroffen.

Zwillinge und Drillinge: Die Chance, dass es bei einer künstlichen Befruchtung gleich mehrfach einschlägt, ist um einiges höher als beim herkömmlichen Weg. 2011 entstanden aus fast jeder fünften künstlichen Schwangerschaft Zwillinge – normal ist die Chance zehnmal geringer. Sogar 20 Mal wahrscheinlicher ist eine Drillingsschwangerschaft.

Auf Gesundheit prüfen?

Heute werden «In-vitro-Kinder» gleich behandelt wie alle anderen. Das Fortpflanzungsmedizingesetz verbietet Präimplantationsdiagnostik (PID). Diese würde Paaren die Möglichkeit bieten, Embryonen auf Chromosomenanomalien und Genmutationen untersuchen zu lassen, oder einfach gesagt: ungesunde Kinder vor der Geburt zu erkennen. Dass dies so bleibt, ist nicht sicher: Der Ständerat stimmte am 11. März 2014 mit 30 zu 3 dafür, das Verbot unter bestimmten Auflagen zu lockern.

Der richtige Entscheid?

Autor: Reto Vogt