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21. Oktober 2013

Ist Adam eine Sünde wert?

Ein Cityflitzer ruft nach einem Citytest: Leserinnen und Leser des Migros-Magazins haben den frechen Opel Adam in Bern und in Zürich getestet.

Jasmin Hürzeler und Marius Rohrer mit dem Opel Adam
Dynamisches Trio: Jasmin Hürzeler und Marius Rohrer mit dem Opel Adam in der Sportversion «Slam» im Berner Marziliquartier.

Marius Rohrer und Jasmin Hürzeler: «Adam wirkt edel»

«Jung, dynamisch, postmodern, kreativ und ein wenig exzentrisch: Der Adam ist fast wie wir», meint Diversity Manager Marius Rohrer (29) aus Bern augenzwinkernd. Auch seine Lebensgefährtin, Organisationsberaterin und Tanzlehrerin Jasmin Hürzeler (28), ist angetan: «Für die Preisklasse hat sich Opel den Adam was kosten lassen: Er wirkt hochwertig und edel.» Marius Rohrer sagt: «Klar, hinten bräuchte es eine Altersfreigabe wie im Kino: ‹Für Personen über 12 Jahre ist dieser Fond nicht geeignet.› Auch beim Gepäck muss man minimalistisch denken. Aber wir haben uns nie eingeengt gefühlt.» Ein wenig enttäuscht ist Rohrer von der Leistung: «Natürlich reichen 100 PS in Bern, aber am Berg wirkt er etwas gequält. Ich freue mich auf die kommenden Turbomotoren, denn mein Highlight am Stadtflitzer ist das Landflitzen: Kurven erobert man dynamisch und sicher. In der Stadt dürfte er komfortabler federn, aber es passt.» Jasmin Hürzeler fasst zusammen: «Wie Marius würde ich auf den Turbo warten. Aber Style, Fun und Preis stimmen.»

Loris, Jon und Marlise Casutt (von links) mit dem Opel Adam
Wendig nach Zürich: Loris, Jon und Marlise Casutt (von links) mit dem Opel Adam in der Sport­version «Slam».

Familie Casutt: «Adam fährt sich wie ein Gokart»

Wer bei Familie Casutt nach dem Design des Adam fragt, trifft auf Begeisterung: «Peppig, rassig, edel, modern, individuell, lebendig, cool, urban, frisch, frech.» Eine fünfköpfige Familie im 3,70 Meter kurzen Adam? Jon Casutt (52), Finanzberater aus Bülach ZH, meint: «Fährt man hinten länger als eine Stunde mit, besteht Thrombosegefahr. Aber für eine oder zwei Personen ist er luftig und Spass pur. Er fährt sich wie ein Gokart.» Und Kinderbetreuerin Marlise Casutt (50) sagt: «Der Adam will ja junge Menschen ansprechen — aber nicht nur. Auch unsere Generation findet Gefallen an diesem Stadtflitzer. Unsere Söhne werden flügge, da hat Platz nicht mehr einen so hohen Stellenwert. Innen ist er nobel und mit dem Entertainmentsystem eine rollende Diskothek.» Angetan sind auch die Söhne Claudio (22), Fabio (19) und Loris (12). «Flitzt behände durch Zürich», fasst Claudio zusammen, «und klebt auf der Strasse.» Kritik übt Jon Casutt am Testverbrauch (6,3 l/100 km): «Ich hatte weniger erwartet. Aber: Falls er noch als Automat kommt — dann gerne.»

Schick zum Shopping: Kim Lara Lütolf (19) mit dem Opel Adam in der edlen Ausstattungsvariante «Glam».
Schick zum Shopping: Kim Lara Lütolf (19) mit dem Opel Adam in der edlen Ausstattungsvariante «Glam».

Kim Lara Lütolf: «Adam macht fröhlich»

«Im Adam habe ich einen privaten Sternenhimmel. Das bietet sonst nur Rolls-Royce», sagt Kim Lara Lütolf (19) — und strahlt dabei fast so wie der LED-Innenhimmel, der in sechs optionalen Varianten leuchtet. «Tausende Kombinationen, Farben und Dekors — das sind meine Highlights», berichtet die KV-Stiftin aus Studen BE. «Am Wochenende war ich in der Berner City shoppen. Der Adam passt ausnahmslos in jede Parklücke. Er ist übersichtlich und fühlt sich trotz seiner Kürze sicher an.» Keine Kritik? «Der Laderaum erscheint furchtbar klein, packt aber mehr, als man denkt.» Begeistert ist Kim Lara Lütolf vom exzellenten Multimediasystem mit Touchscreen und Smartphone-Anbindung, von den Hightech-Optionen wie dem Totwinkelwarner und dem Fahrwerk: «Er fühlt sich straff an, aber das geht in Ordnung. Dafür macht er Spass! In der Stadt lenkt er sich leicht, über Land sportlich.» Ihr Fazit: «Ein wunderschöner, cooler und sparsamer Flitzer zum kleinen Preis, der super zu mir passt: Adam macht fröhlich! Den kaufe ich, sobald ich kann.»

CO-Richtwerte

Grafik zum CO2-Verbrauch
Der Verbrauch des Opel Adam 1.4 EcoFlex

Der Verbrauch des Opel Adam 1.4 EcoFlex

Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Wertes (2012: 151 g/km) aus, bedeutet das für 2013 einen Richtwert von 144 g/km. Der Testwagen liegt mit 120 g/km schon etwas tiefer.

Informationen zum Bewertungssystem

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Seit 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die seit dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert wurden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 mussten ihn 65 Prozent der Neuwagen, 2013 müssen ihn 75 Prozent und im Jahr darauf 80 Prozent der neuen Personenwagen erfüllen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 151 Gramm pro Kilometer im Jahr 2012. Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 130 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa aktuell 144 Gramm pro Kilometer für 2013. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen