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23. Dezember 2013

Nationalsport Surfen

Die Schweiz ist Weltspitze bei der Internetnutzung. Speziell die Senioren zieht es immer stärker ins Web.

drei Personen mit Laptop auf dem Schoss
Ein einig Volk von Surfern: 85 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind regelmässig im Internet unterwegs. (Bild: Getty Images)

Seit 2011 ist der Anteil der Schweizerinnen und Schweizer, die regelmässig im Internet surfen, von 78 auf 85 Prozent gestiegen. Die Hälfte davon ist regelmässig auch mit dem Smartphone oder Tablet im Netz unterwegs. Mit diesen sehr hohen Werten befindet sich die Schweiz weltweit in den vordersten Rängen, wie die Studie «World Internet Project – Switzerland» zeigt. «Überrascht hat, dass heute bereits 70 Prozent der 60- bis 74-Jährigen das Internet nutzen», sagt Studienleiter Michael Latzer (52) vom Institut für Publizistik und Medienforschung der Universität Zürich.

Grundsätzlich zeigt die Studie: Jüngere und Ältere, aber auch Frauen und Männer nutzen das Internet heutzutage gleichermassen, da gibt es kaum mehr Unterschiede. «Gerade auch bei den Senioren rechne ich mit einem weiteren beträchtlichen Wachstumspotenzial», sagt Michael Latzer. «Zum Beispiel im Bereich Social Media wie Facebook, wo Menschen ab 60 Jahren hierzulande erst zu rund 20 Prozent dabei sind.» Wenn man nicht mehr so mobil ist und weniger in den Ausgang geht, seien soziale Netzwerke eine sehr gute Möglichkeit, um in Kontakt zu bleiben. Auch Informationen zu Gesundheitsthemen würden von der älteren Generation in Zukunft noch mehr im Web gesucht.

Die Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Internetinhalte blieb in den vergangenen zwei Jahren unverändert: Nur rund die Hälfte der Inhalte gilt als glaubwürdig. Professionelle Angebote, speziell jene der SRG und der Regierung, werden als besonders vertrauenswürdig eingestuft, jene aus sozialen Netzwerken und Blogs am wenigsten. «Inhalte und News sind Vertrauensgüter, die man nicht selber überprüfen kann. Deshalb ist die Reputation der Anbieter so wichtig», sagt Latzer.

Autor: Daniel Schifferle