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27. Mai 2014

Insektenhotels? Ja, aber kein Ballermann

Grün Stadt Zürich warnt: Grosse Insektenhotels sind vor allem ein gefundenes Fressen für Parasiten!

Boutique-Hotel «Zum wilden Wein»
Boutique-Hotel «Zum wilden Wein»
Lesezeit 2 Minuten

Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ich finde diese grossen Hotelkästen à la Ballermann ziemlich schrecklich. Wenn schon Hotel (oft zelten wir ja), dann möglichst klein, charmant und einsam gelegen. Und damit bin ich ganz auf der Linie von Grün Stadt Zürich, der städtischen Abteilung, die hier in der Zwinglistadt 4440 Hektaren öffentlichen Grünraums hegt und pflegt.

Unter dem Titel «Insektenhotels, nein danke!» macht Grün Stadt Zürich nämlich via Facebook darauf aufmerksam, dass auch unsere Wildbienen, Ohrenwürmer und Hummeli mit Ballermann wenig anfangen können. Grosse Wildbienen- oder auch Insektenhotels könnten sogar richtiggehend kontaproduktiv seien. Statt die Tiere zu fördern, böten sie den Parasiten nämlich eine reich gedeckte Tafel an, heisst es da. Zudem würden in den Insektenhotels die Materialien oft falsch kombiniert. Holzwolle zur Förderung von Ohrwürmern solle man demnach separat und weiter entfernt in kopfüber aufgehängten Tontöpfchen anbieten, weil sich die Ohrmüggler sonst über den Pollen der Bienen hermachen würden.

Im übrigen seien Nisthilfen nur für ein Viertel aller in Gärten vorkommenden Arten eine Hilfe. Die allermeisten nisten nämlich in selbstgegrabenen Hohlräumen im Erdboden, schreibt Grün Stadt Zürich weiter. Am wirkungsvollsten sei es daher, ein attraktives Nahrungsangebot bereitzustellt. Denn: In «ordentlichen» und «aufgeräumten» Gärten bringe auch das schönste Wildbienenhotel rein gar nichts.

Und was heisst das nun für den Bohnebluescht-Garten? In unseren zwei (kleinen) und in der Folge exklusiv bleibenden Bienenhotels werden per sofort die Zimmerpreise erhöht. Und aufgeräumt wird aber sofort im Garten auch nicht mehr ☺
Nützliche Tipps zum Bau von Nisthilfen: www.wildbee.ch/nisthilfen