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10. Juni 2013

In zehn Schritten zum Designbaby

Backen oder trocknen? Wolle oder echtes Haar? Weisse Haut oder dunkler Teint? Vom Rohling bis zur fertigen Puppe: Was das Reborn Baby einzigartig macht.

Reborn Baby in zehn Schritten
Reborn Baby in zehn Schritten

Vinyl oder Silikon, Haare aus Mohair oder Alpaka, Farbe aufpinseln oder -tupfen: Jede Reborn-Künstlerin hat ihre bevorzugten Materialien und ihre eigenen Techniken beim Anfertigen eines Reborns. Je nach Hersteller und Bausatz entsteht ein Fake Baby beispielsweise so:

1. Waschen: Die fabrikneuen Beinchen, Arme und anderen Körperteile – Rohlinge genannt –, werden gründlich mit Spülmitteln gewaschen: Für das Auftragen der Farbe müssen sie komplett fettfrei sein.

Pinsel sind ein wichtiges Werkzeug
Pinsel sind ein wichtiges Werkzeug

2. Grundieren: Die gereinigten Teile färbt man mit einem Grundhautton. Dabei kommen Schwämmchen oder Pinsel zum Einsatz oder beides. Je nach Farbzusammensetzung können die Teile an der Luft trocknen oder müssen im Backofen gebrannt werden. Der ganze Vorgang wird mehrmals wiederholt, bis die gewünschte Schattierung erreicht ist.

Mit dem Blushing werden die Babys individualisiert
Mit dem Blushing werden die Babys individualisiert

3. Bemalen: Als Nächstes bekommt das Baby seine individuellen Flecken (Blushing genannt), Fältchen, Äderchen, Muttermale oder roten Bäckchen. All dies wird mit einem Pinsel gezeichnet. Finger- und Fussnägel werden aufgemalt und matt lackiert. Der Mund wird bemalt, Augenbrauen werden mit Pinselstrichen angedeutet, die Nasengänge modelliert.

4. Rooten: Für die Haarpracht hat man die Wahl zwischen Perücken, die oft aus Echthaar bestehen und aufgeklebt werden, und Kunsthaar aus Mohair- oder anderer Wolle. Letztere werden mit einer Nadel in die Kopfhaut gestochen. Diese Arbeit nennt sich Rooting oder Microrooting und kann mehrere Tage beanspruchen. Auch Augenwimpern werden gerootet. Am Ende werden die Haare versiegelt, sodass sie später beim Waschen und Pflegen nicht ausfallen – dafür bieten einige Hersteller übrigens Bürsten und Sprays an.

5. Be-Augen: Bei sogenannten Wachbabys werden nun Glasaugen eingesetzt. Die richtige Stellung wird zuerst ausprobiert und dann mit Kleber fixiert.

6. Frisieren: Das Baby bekommt den ersten Haarschnitt verpasst und wird gekämmt.

7. Magnetisieren: Für den Magnetschnuller wird ein Gegenmagnet in der Mundhöhle angebracht.

Die verschiedenen Körperteile sind mit Watte oder Granulat gefüllt
Die verschiedenen Körperteile sind mit Watte oder Granulat gefüllt

8. Modellieren: Kopf, Arme und Beine füllt man mit Watte oder Granulat und gibt ihnen durch richtiges Platzieren die gewünschten Rundungen.

9. Zusammensetzen: Arme, Beine und Kopf werden mit Gelenken am Körper befestigt.

10. Stylen: Das Baby wird in Windeln, Body und Kleider gesteckt und mit den gewünschten Accessoires versehen. Die Haare werden nochmals gestylt.

Autor: Yvette Hettinger

Fotograf: Anita Affentranger