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18. November 2013

Teure Farbe

Erstmals in Farbe: Apples neues iPhone 5C
Erstmals in Farbe: Apples neues iPhone 5C (Bild: zVg).

Apples Malermeister dürfen ihre Pinsel in blaue, gelbe, grüne sowie pinke Farbeimer tunken und damit das neue iPhone 5C anstreichen. So erhält die Kundschaft endlich mehr Auswahl als nur ein schwarzes und weisses Gehäuse. Doch nicht nur das ist ungewöhnlich: Der Premium-Hersteller setzt bei diesem Gerät nicht mehr auf eine exklusive Aluminiumverschalung, sondern kleidet es komplett in Plastik. Erstaunlicherweise bringt es mit seinen 132 Gramm aber 17 Prozent mehr Gewicht auf die Waage als der direkte Vorgänger. Erstaunlich deshalb, weil sich die inneren Werte des Smartphones nicht verbesserten: Weder Prozessor, Kamera noch Arbeitsspeicher wurden aufgewertet. Einzig die Kapazität des Akkus ist leicht angewachsen. Im Zusammenspiel mit dem Betriebssystem iOS 7 , das alle Besitzer neuerer Apple-Geräte gratis installieren können, hält das iPhone 5C selbst bei intensiver Nutzung locker einen Tag durch. Insgesamt zu wenig! Apple verkauft einjährige Hardware unter einem farbigen Plastik-Deckmantel für mindestens 650 Franken – der Preis eines Toptelefons. Das ist, als würde Ferrari sein Emblem auf einen Fiat Cinquecento pappen und diesen zum Preis eines Testarossa verkaufen. Der Vergleich mag etwas böse sein, aber Apples Preispolitik bleibt völlig unverständlich. Für den geringen Aufpreis von lediglich 130 Franken gibt’s bereits das gelungene iPhone 5S , das besonders bei Kamera und Tempo einen echten Mehrwert bietet. Wer sein altes iPhone ablösen will, sollte diese Zusatzinvestition auf sich nehmen, zum echten Topmodell greifen und auf die Farbe verzichten. Nicht falsch verstehen: Das iPhone 5C ist immer noch ein gutes Telefon Es reagiert auf alle Eingaben schnell und aktuelle Spiele und Apps laufen ohne zu Ruckeln. Aber mehr als 400 Franken darf es nicht kosten.

Fazit: Brummt nicht

Das farbige iPhone 5C macht einen peppigen, gelungenen Eindruck. Es liegt auch gut in der Hand, obwohl sich die glatte Oberfläche leicht rutschig anfühlt. Aber selbst die schönste Lackierung nützt nichts, wenn der Motor sein Geld nicht wert ist.

Autor: Reto Vogt