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18. April 2016

Im Schokolade-Rausch

So viel verschiedene Schokolade
So viel verschiedene Schokolade, und noch dazu mit Überzug. (Bild: iStockPhoto)

Wer Kinder hat, der entwickelt ungeahnte Talente: Ich kann zum Beispiel lautlos eine Küchenschublade öffnen, eine Tafel Schokolade hervorziehen und die Verpackung ohne das leiseste Knistern öffnen. Ich kann nahezu bewegungslos einen Riegel abbrechen und die Kakaomasse zwischen meinen Zähnen zermalmen. Jedenfalls meistes. Gelegentlich gelingt mir das weniger gut. Dann tönt es aus den Kinderzimmern: «Was raschelt denn so bei dir?» Ich antworte dann «nix», es tönt aber eher wie «mix» – und schon bin ich überführt.

Sie merken: Bei Schokolade werde ich schwach. Deswegen war ich auch begeistert, als Herr Leinenbach letzthin ein Ausflugsziel vorschlug: die Ausstellung rund um das Thema bei Chocolat Frey.
Normalerweise mache ich keine Werbung, aber der Trip dorthin, der wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Am Anfang war noch alles gut. Wir begaben uns auf den Rundgang, lernten viel über Kakaoproduktion und
-ernte. Die Kinder schnupperten an den braunen Bohnen und verkleideten sich als Pralinés – sehr witzig.

Am Ende der Ausstellung war eine Art Sushi-Bar aufgebaut. Statt der Fischhäppchen fuhren aber Truffes und Florentiner im Kreis. Ich wurde magisch von diesem Schoggi-Fliessband angezogen. Erst kostete ich scheu, doch dann fielen alle Hemmungen. Nougat-Praliné, Marzipan, weisse Schoggi. Zwischendrin Trockenfrüchte unter die Schokoladenfontäne halten. Göttlich!
Mir entging, dass meine Töchter und Herr Leinenbach relativ bald nur noch nach den getrockneten Apfelschnitzen griffen. Spätestens, als mein kakaogetränktes Gehirn sich wünschte, auf dem Fliessband würde ein Wienerli angefahren kommen, hätte ich aufhören sollen ...

Wie die Geschichte weitergeht, können Sie sich denken. Nur so viel: Mein wunderschöner Schoggi-Osterhase, der steht immer noch unversehrt im Regal.

Autor: Bettina Leinenbach