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21. Mai 2013

«Ich traf ihn – jede Nacht...»

Schmetterlingsgefühle lassen manchmal den Verstand aussetzen. Verraten Sie uns das Mutigste, Lustigste oder Peinlichste, was Sie je aus Liebe getan haben – so wie geheime Treffen bei Familienwanderferien oder Spontanflüge.

Verliebter Romeo
Verrückte Ideen: Wer verliebt ist, gibt alles, um seine Flamme zu erobern. (Bild Getty Images)

Wenn die Hormone verrückt spielen, tut man Dinge, die einem sonst peinlich wären. Die einen singen vor dem Haus der Angebeteten, obwohl sie gar nicht singen können, oder sie schreiben Gedichte voller schwülstiger Phrasen. Andere haben in der Jugend die tollsten Kapriolen vollführt, um sich überhaupt sehen zu können. So erinnert sich auch in der Redaktion des Migros-Magazins jemand an ganz spezielle Sommerferien:

«Ich war mit 15 Jahren schwer verliebt in meinen ersten Freund. Doch statt in der Badi zu turteln, musste ich mit den Eltern zum Wandern nach Flims. Selbstverständlich durfte er nicht mitkommen. Also hat er in einemZelt im Wald übernachtet. Wennich ins Bett musste, kletterte ich aus dem Fenster und traf ihn – jede Nacht. Zwei Wochen lang hatniemand etwas mitbekommen.
Nur brachte nach den Ferien seine Mutter meinem Vater einen dicken Zopf, als Dankeschön, dass ihr Sohn mit uns in die Ferien fahren durfte...»

Ein anderer flog mit 22 euphorisch einer Ferienbekanntschaft nach Australien nach, den Flug hatte notabene die Ferienliebe bezahlt. Als er bei ihr noch den Ex antrifft, tritt er nach drei Tagen todunglücklich den Rückflug an.

Amors Pfeil
Wen Amors Pfeil trifft, der verliert bisweilen den Verstand...

UND WAS HABEN SIE AUS LIEBE ANGESTELLT?Erzählen Sie uns das Verrückteste, was Sie je aus Liebe getan haben. Dies kann eine Liebeserklärung an den derzeitigen Partner sein oder ein Erlebnis aus dem Leben davor.
Je nachdem gestehen Sie es uns in einem Kommentar gleich anschliessend (mit echtem oder anderem Benutzernamen) oder senden uns eine E-Mail mit dem Geständnis (und dem Vermerk, ob der Name genannt werden darf).

Frau N.* aus Z. schreibt:
Mit etwa 16 sind wir morgens um 4 Uhr im Dunkeln - vorbei am bellenden Hund - aus unserem Schullager in Hyères (Südfrankreich) abgehauen und mit dem Zug nach Marseille gefahren.
Alles nur damit meine Kollegin den Typen – in den sie so verliebt war – 30 Minuten lang treffen konnte, während wir zwei anderen auf der Treppe vor dem Bahnhofsgebäude gewartet haben. Für die Rückfahrt blieb uns nur Autostopp, weil wir nicht mehr genug Geld hatten - meine Kollegin hat sich zu diesem Zweck extra hinter einem Gebüsch umgezogen und ist im Minirock an die Strasse gestanden!
Zum Frühstück um 10 Uhr kamen wir zwar etwas verspätet (und kriegten deshalb eine Strafe...), aber dass wir in Marseille waren, hat nie jemand gemerkt.

Frau D.* aus M. schreibt:
Ich war damals 22 Jahre alt, im Sommer hatte ich mich so richtig verliebt. Mit Schmetterlingen im Bauch und total aufgedreht genoss ich den Sommer mit meiner grossen Liebe.
In meinem jugendlichen Übermut unterschrieb ich einen fünfjährigen Mietvertrag für ein Lokal und wollte mich selbständig machen. Die Liebe (nicht der Mann!) gab mir das Gefühl, alles erreichen zu können.
Es wurde Oktober, ich stand mit dem Geschäftslokal und ohne meine Liebe da. Tagsüber arbeitete ich noch als Angestellte und die Nächte verbrachte ich mit dem Streichen der Wände in meinem neuen, zukünftigen Lokal. Die Liebe war weg. Ich war lange sehr, sehr traurig.
Es hat mir aber etwas gebracht. Meine berufliche Selbständigkeit dauert nun schon 19 Jahre an! Hätte ich diesen 'Leichtsinn' auch ohne Glücks- und Liebeshormone gemacht? Wohl kaum ...

* Namen der Redaktion bekannt