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06. April 2015

Wie sicher ist die Rente?

Ich mache mir Sorgen um meine Altersvorsorge. Worauf kann ich mich mehr verlassen: auf die 1. oder die 2. Säule?

So entwickeln sich die Altersrenten
So entwickeln sich die Altersrenten.

Die Diskussion um die Renten ist stark von der Politik geprägt: Linke bevorzugen die AHV, Bürgerliche bauen eher auf die berufliche Vorsorge. Doch die wahre Qualität unserer Vorsorge sehe ich in der Balance zwischen den beiden Säulen.

Für ein ordentliches Einkommen im Alter braucht es AHV und Pensionskasse gleichermassen. Zusammen erbringen diese im Durchschnitt eine Rente von 4350 Franken im Monat – kein üppiger Betrag. Wie die Grafik zeigt, ist die PK-Rente mit durchschnittlich 2500 Franken höher als diejenige aus der AHV mit 1850 Franken. Umgekehrt jedoch gibt es in der 1. Säule nach wie vor deutlich mehr Rentenbezüger als in der 2. Säule, nämlich rund 1,5 Millionen gegenüber 700 000.
Dies aus mehreren Gründen: Für Selbständige ist die berufliche Vorsorge nicht obligatorisch. Hinzu kommt die tiefere Erwerbsquote der Frauen.

Unter Druck stehen beide Säulen: Die AHV muss für immer mehr Rentner aufkommen. Den grössten Teil der Altersrenten finanzieren die Erwerbstätigen mit ihrem Lohnbeitrag von 8,4 Prozent. Weil dieses Geld aber nicht ausreicht, steuert der Bund schon heute weitere 8 Milliarden Franken pro Jahr bei. Zudem schlägt der Bundesrat vor, im Rahmen der Reform 2020 die Mehrwertsteuer zu erhöhen und das Rentenalter der Frauen auf 65 hinaufzusetzen.
Auch bei der 2. Säule wird es Einschnitte geben. Der Bund möchte den Umwandlungssatz im Obligatorium von 6,8 auf 6,0 Prozent senken. Pro 100'000 Franken an Sparkapital würde somit eine jährliche Rente von 6000 statt 6800 Franken ausbezahlt.

Diese Massnahmen erfordern zwar ein finanzielles Opfer. Und doch lohnen sie sich: Sie helfen, die mustergültige Stabilität unseres Vorsorgesystems zu sichern. Vor allem sollten wir die ausgewogene Balance zwischen Solidarität (1. Säule) und Eigenverantwortung (2. Säule) bewahren.

Mir ist bewusst: Je nach Lebenslauf kann die Altersrente stark von den Durchschnittszahlen in der Grafik abweichen. Deshalb sollte jeder für sich abklären, wie er persönlich für den Ruhestand vorbereitet ist.

Auf Blog.migrosbank.ch eine einfache Anleitung publiziert, wie Sie Ihre künftige AHV-Rente zuverlässig abschätzen können. 

Autor: Albert Steck