Archiv
03. November 2014

Hüehntschis, Palmen und kaum Schleimer

Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin hat dieses Jahr ebenfalls so manch ein Gartenhighlight erleben dürfen. Eine Retrospektive.

Das Gelbe vom Ei
Das war das Gelbe vom Ei von Frau Bohnebluescht!

Das Migros-Magazin hatte seine Leser aufgefordert, ein Foto von ihrem jeweiligen Gartenhighlight 2014 einzusenden. Worauf ich mir natürlich ebenfalls Gedanken darüber gemacht habe, was ich denn Frau Bohnebluescht aus Illnau ZH geschickt hätte. Und was ist dabei herausgekommen? Die Erkenntnis, dass ich gleich mehrfach privilegiert bin: Denn nicht nur darf ich mich als Frau Bohnebluescht quer durch meinen Garten buddeln und auch noch hier ganz offiziell darüber berichten. Sondern ich kann auch gleich als Content Managerin und Autorin darüber befinden, dass Frau Bohnebluescht in dieser Kolumne nicht nur ein Gartenhighlight, sondern gleich mehrere präsentieren darf.

Und genau das mach ich jetzt. Erst aber noch will ich ein ganz allgemeines Fazit ziehen, das da lautet: Die diesjährige Gartensaison war gar nicht so nass, so kalt, so schlimm, wie alle immer sagen. Sie war zwischenzeitlich sogar 1a!

Zum Beispiel der Frühling: Früh, warm bis fast schon sehr warm, trocken. Oder die Schleimer, 2013 noch das Endlosthema hier auf dem Blog: Sie waren zwar da, haben sich aber (meist) recht manierlich benommen (20 Prozent an Schneckenwegzoll – damit kann ich leben).

Dann die Obsternte, einfach bombastisch: Chriesi ohne Ende, Brombis zuhauf, Kiwis en masse, alles wunderbarstens. Okay, die Heidelbeeri haben eine Runde ausgesetzt. Da ich aber noch die Gfrüri vom letzten Mal voll habe, tant pis.

Und das Gemüse: Höckerli und Spalierbohnen ohne Ende, Erdöpfel zuhauf, Mangold (mein erster Topfgartenversuch!) en masse, alles wunderbarstens. Okay, die Kohlräbli sind grösstenteils einem unbekanntem Mitesser (keine Schnecken, so viel ist sicher!) zum Opfer gefallen. Da ich aber noch die Gfrüri vom letzten Mal voll habe, tant pis.

Das grösste Erfolgserlebnis aber verdanke ich unseren im Frühling eingezogenen Hüehntschis: Was Pokemon, Idefix und Nana Mouskouri geleistet haben, passt in keinen Kühlschrank. Zwei, drei Eier pro Tag – und das im Eintausch gegen eine Handvoll Korn, einige Büschel Chrottepösche und ab und zu ein Öpfelbütschgi, einfach allerwunderbarstens!

Drum, hätte ich mich entscheiden müssen, was das Gartenhighlight 2014 von Frau Bohnebluescht aus Illnau ZH ist, hätte ich klar ein Foto von den drei Damen eingeschickt. Oder zwei. Oder drei. Oder auch vier.

Hätte ich mich aber als «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin Almut Berger entscheiden müssen, hätte ich «lösle» müssen. Nämlich unter den sechs Hobbygärtnern und -gärtnerinnen, die mir (und damit allen Migros-Magazin-Lesern) einen Blick in ihr ganz persönliches Gartenparadies gewährt haben:

Erst Urs Schaffner in Subingen SO, der mich bereits im März in seinem noch winterlichen Naturgarten willkommen hiess. Und der uns Monat für Monat hier auf dem Blog mit seinen wunderschönen Nahaufnahmen von all dem, was bei ihm kreucht und fleucht, erfreut.

Dann Marisa Flores aus Beinwil am See AG, die einen Tag vor meinem Besuch ein Loch im Teich entdeckten musste, was meinem Artikel aber gleich einen tollen Aufhänger gab. Marisa, die fröhlichen Kommentare über Deine Laufenten haben immer wieder für einen Schmunzler gesorgt.

Oder die Wühlmaus aus Brunnen SZ, die sich – nomen est omen – unermüdlich durch ihren Garten wühlt. Sie wollte unbedingt vor meinem Besuch noch ihren Miniteich fertigbauen – und sie hat es geschafft!

Verena Meier aus Brugg AG wiederum träumt nicht von einem Teich, sondern einem Regentank, wie sie mir in ihrem Garten verriet. Ich weiss, dass sie sich kürzlich bei Marisa Flores umgesehen hat, bei der genauso ein Tank steht (ein weiteres Highlight übrigens, dass durch den Blog so manch eine Freundschaft entstanden ist!).

Meine weiteste Reise führte mich ins Tessin zu Michèle Keller, wo wir uns unter Palmen über automatische Bewässerungssysteme und Confi aus Kakifrüchten austauschten.

Dass Exotisches aber auch diesseits der Alpen gedeiht, bewies mein Besuch bei Andrea Gloor in Seon AG: Sie servierte mir Kafi unter Bananenbäumen – und das mitten im Rüebeliland.

Ich bin wirklich froh, dass mir in dem Fall ein Entscheid erspart bleibt. Etwas anderes aber leider bleibt mir nicht erspart: mich offiziell von Euch zu verabschieden. Mein Chefredaktor schickt mich nämlich per sofort und ganz offiziell in die Winterpause, dies ist somit die letzte «Bohne, Bluescht & Berger»-Kolumne der diesjährigen Saison.

Der Blog immerhin bleibt aber wie gehabt online, Ihr könnt euch also weiterhin austauschen und mit Rat und Tipps zur Seite stehen. Und, seid versichert, auch ich werde mich hier oft blicken (und lesen) lassen. Oder ein paar Föteli aus Frau Bohneblueschts Wintergarten posten. Wenn halt auch ganz inoffiziell.

Und drum sag ich jetzt auch nur Aufwiedersehen bei «Bohne, Bluescht & Berger» - ich freue mich schon auf unsere Gartenhighlights 2015!

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger