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16. November 2015

Höhere Rente bei gleichem Lohn?

Trotz gleichem Lohn haben manche Leute eine um 50 Prozent höhere Rente. Wie ist das möglich?

Kürzlich hat mich mein Neffe um Rat bei der Wahl einer neuen Arbeitsstelle gefragt. Zwei Angebote lagen auf seinem Tisch, die er als sehr ähnlich beurteilte. Allerdings hatte er nicht daran gedacht, die Leistungen der beiden Pensionskassen zu vergleichen.

Tatsächlich unterliegen viele Leute dem Irrtum, dass mit dem Lohn automatisch die Höhe der Rente definiert ist. Doch die Unterschiede sind riesig. Im Falle meines Neffen zahlte das eine Unternehmen 3,5 Prozent des versicherten Lohns in die Pensionskasse ein. Die andere Firma dagegen gewährte eine doppelt so hohe Altersgutschrift von 7 Prozent. Diese Differenz wirkt zunächst wenig spektakulär. Hochgerechnet auf ein ganzes Berufsleben führt sie allerdings zu einem um 150 000 Franken grösseren Alterskapital – notabene bei gleichem Lohn.

In der Grafik sehen Sie, wie diese hohe Summe zustande kommt. Die Kalkulation basiert auf einem aktuellen Durchschnittslohn von 6250 Franken pro Monat. Ebenfalls in den Zahlen berücksichtigt ist die effek­tive Lohnentwicklung in den letzten 40 Jahren. Daraus folgt: Wer heute pensioniert wird, kommt bei einem mittleren Verdienst auf ein Alterskapital von 300 000 Franken, wenn der Arbeitgeber bei der beruflichen Vorsorge stets das gesetzliche Minimum eingehalten hat.

Etliche Unternehmen zahlen aber freiwillig mehr ein, in manchen Fällen den doppelten Betrag, womit sich das Sparguthaben auf 450 000 Franken erhöht. Beim derzeit gültigen Umwandlungssatz von 6,8 Prozent bedeutet das: Die Jahresrente nimmt allein aufgrund dieses Faktors von 20 400 auf 30 600 Franken zu.

Was die Grafik ausserdem zeigt: Rund die Hälfte des Kapitals wird in den letzten zehn Jahren vor der Pensionierung angespart. Mit dem Alter steigt nämlich der Beitrag an die berufliche Vorsorge. Ab 55 beträgt die Minimalgutschrift des Arbeitgebers 9 Prozent vom versicherten Lohn. In dieser Phase profitiert man somit am stärksten von einer grosszügigen Pensionskasse.

Wie gut nun Ihre persönliche PK dasteht, können Sie ganz einfach anhand unserer Checkliste auf www.blog.migrosbank.ch beur­teilen. Die Lektüre lohnt sich: Denn in der beruflichen Vorsorge führen bereits kleine prozentuale Differenzen zu hohen Geldbeträgen.

Aktuell auf dem Blog: Fünf Kriterien zur Beurteilung Ihrer Pensionskasse .

Autor: Albert Steck