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11. Februar 2013

Hoch hinaus auf Schneeschuhen

migrosmagazin.ch verrät zur Reportage aus dem Val d'Hérémence in der Ausgabe 7 (11. 2. 2013) weitere attraktive Schweizer Routen für unkomplizierte Entdeckungs-Trails in höhere Lagen. Ob an einsamen oder Touristenorten, ob für Anfänger oder Ausdauernde: Für Schneeschuhspass ist gesorgt.

Wunschvorstellung des Schneeschuh-Wanderers
Wunschvorstellung des Schneeschuh-Wanderers: Zu zweit in abgelegener Natur seine Spur ziehen.


Für Naturverbundene und Anfänger:Natura-Trail im Binntal (VS)
Das Binntal, auch ohne Auto mit Busverbindungen ab Ernen/Fiesch erreichbar, ist das ganze Jahr ein lohnendes Ziel für Freunde von wenig glamourösen, landschaftsnahen und verkehrsarmen Ferien(-tagen). Im Winter lässt sich mit einer Übernachtung oder mit genug früher Anreise in rund zwei Stunden ab Imfeld (im Dialekt 'Fäld') ein bestens auf Anfänger oder den entspannten Ausgleich Suchende abgestimmter Rundkurs absolvieren: Über die malerische Truogschlucht und den danach meist die Höhe von 1850 M.ü.M. haltenden Höhenweg nach Brunnebiel und Eggerbode gehts ein gutes Stück weiter unten zurück nach Fäld. Das Tal nimmt mit vielen abgeschiedenen Ecken und erstaunlichem Abwechslungsreichtum bereits auf diesen ca. 6 km die Aufmerksamkeit gefangen. Bloss auf grossartige Abfahrten trifft man hier mit bloss je 350 Höhenmeter An- und Abstieg sicher nicht.
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Für Sonnenanbeter:Wildmoos-Naturpark im Diemtigtal (BE)
Für nicht allzu schnelle Schneeschuh-Wanderer dauert dieses Highlight für Kenner mit über 300 Metern Höhendifferenz (von gut 1300 bis 1650 M.ü.M.) und Start- wie Endpunkt auf dem 'Springebode' (mit gleichnamiger Beiz, Konkurrenz jedoch gleich nebenan: 'Gsässweid') sicher an die drei Stunden. Schliesslich gilt dieser Trail bereits als eher mittelschwer: Zwar durchgehend markiert, aber kaum je vorgespurt. Dafür erkundet man gemütlich einen der schönsten kleinen Naturpärke der Schweiz und bekommt bei klarem Wetter dank einmaliger Lage ein Maximum Sonne mit. Schon auf der Alp Otteschwand, noch mehr auf dem Kulminationspunkt Nüjestift blickt man ins hintere Diemtig- und ins Simmental, bergab prägen Wäldchen mit verschneiten Bergahorn-Skulpturen die nähere Umgebung.
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Für Kreten-Wanderer:Jänzi-Trail am Glaubenberg (OW)
Auch bereits eine vorab in Sachen Ausdauer, weniger punkto Technik mittelschwere Tour beginnt auf dem Langis-Parkplatz am Glaubenbergpass. Vorbei am Restaurant Schwendi-Kaltbad gehts den 'Schlieren' entlang zur Egghütte, auf dem Rückweg über den Grat auf den Jänzi-Panoramaweg, am Ende über die Wolfetsmatt zum Langis-Parkplatz (ÖV-Reisende führt täglich von Dezember bis April ein Postautokurs von Sarnen hierhin). Auf dem Jänzi geniesst man wunderschöne Weitblicke Richtung Berner Alpen, später sieht man umso direkter auf der anderen Seite Richtung Innerschweizer Vorgipfel und ins Sarneraatal. Die rund elfeinhalb Kilometer zwischen 1350 und 1740 M.ü.M. erfordern auf einer der schönsten Aussichtsrouten der Schweiz die Erfahrung von ein paar Schneeschuh-Versuchen und eine mittelgute, wenn auch keineswegs sportlich austrainierte Kondition. Benötigte Zeit: Rund vier Stunden, für langsame Schneeschuhläufer etwas mehr.
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Für Alphütten-Romantiker:Kurze Camama-Route im Safiental (GR)
Natürlich könnte man die ebenfalls lohnenden und weder überaus langen noch schwierigen Trails im Engadin wie jener ins Val Fedoz oder am Albula (hübscher Rundkurs von Preda zum Palpuogna-See) wählen, wir empfehlen aus dem Bündnerland aber einen noch unbekannteren Höhenweg im Safiental, mit Ausgangspunkt im gleichnamigen Hauptort. Die rot-weiss markierten gut fünfeinhalb Kilometer benötigen ca. zweieinhalb Stunden Gehzeit (bei gemütlicherem Tempo gut drei), auch dank den insgesamt nahezu 400 Höhenmetern (von 1570 M.ü.M. gleich oberhalb des Dorfzentrums bis maximal auf 1970 M.ü.M. und wieder auf anderem Weg zurück). Die im Übrigen leicht erkennbare und kaum Schwierigkeiten bietende Strecke führt auch in dieser kurzen Camana-Version (es gibt auch noch eine längere) zu den einmalig gelegenen Camaner Alphütten mit ihrer Aussicht auf den berühmten Piz Beverin und den Glaspass.
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Für Abwechslung suchende Pistenflitzer:Bettmeralp-Riederalp (VS)
Einen Gegensatz zum ersten Vorschlag im Binntal (es befindet sich im Grossraum unteres Goms auch fast am 'Gegenhang') markiert die Schneeschuh-Verbindungen zwischen den beiden auch eher familiären Skiorten Bettmeralp und RIederalp. Sie braucht auf ziemlich direktem Weg mehrheitlich auf der Höhe der beiden Orte bloss vier Kilometer, eröffnet bei schönem Wetter stets leicht verschobene Ausblicke auf die Mischabel-Gruppe, Weisshorn und Matterhorn. Ideal für Skifahrer, die einmal etwas anderes machen und mehr eigene PS als jene der Bergbahnen nutzen wollen. Gemütlich geht man im Nachbarort einkehren und wandert wieder zurück auf dem Rundkurs im Gebiet Fleschen-Scheibenwald zwischen 1860 und 2060 M.ü.M. Einstieg von Bettmeralp ist eine beschilderte Abzeigung kurz nach der Bergstation der Betten-Bettmeralp-Luftseilbahn, bei Riederalp gleich beim Golmenegg-Restaurant ('Golmueg'). Die Kenner empfehlen, gegen den Uhrzeigersinn zu wandern. Die Route ist wie üblich rot-weiss markiert.
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Viele weitere Schneeschuh-Trails und aktuelle Infos dazu – sind sie offen und durchgehend markiert – findet man auf der Global-Trail-Website .

Autor: Reto Meisser

Fotograf: Thomas Senf