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24. Februar 2014

HIV in der Schweiz

In der Schweiz ist der Anteil von HIV-Infizierten doppelt so hoch wie in anderen westeuropäischen Ländern. Zehn wichtige Fakten zum HI-Virus.

Die aktuellsten Zahlen zur HIV-Verbreitung in der Schweiz stammen vom Bundesamt für Gesundheit aus dem Jahr 2012.

Verbreitung

a ) Im Jahr 2012 wurden 645 neue HIV-Diagnosen gemeldet. Insgesamt leben in der Schweiz heute rund 25'000 Menschen mit Aids und HIV.
b) Das sind etwa 0,4 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: In Westeuropa liegt der Anteil laut Weltgesundheitsorganisation bei 0,2 Prozent.
c) Die einzigen Kantone ohne Betroffene sind Appenzell-Innerrhoden und Uri. Den grössten Anteil pro 100'000 Einwohner gibt's in Genf, darauf folgen Freiburg, das Waadtland und Zürich.
d) An den Folgen der Infizierung sind seit 1983 über 7000 Menschen gestorben.

HIV-Verbreitung in der Schweiz nach Wohnkanton
HIV-Verbreitung in der Schweiz nach Wohnkanton (Grafik: Bundesamt für Gesundheit).

Ursachen

a) Die Anzahl HIV-Infektionen teilt sich seit 25 Jahren mit einer Ausnahme etwa zu gleichen Teilen auf hetero- und homosexuelle Kontakte auf.
b) Um die Jahrtausendwende steckten sich doppelt so viele Menschen durch heterosexuelle Kontakte mit HIV an.
c) Die Anzahl Infektionen durch Drogeninjektionen ging von weit über 1000 Betroffenen vor 1990 praktisch auf null zurück.

HIV-Infektionen nach Ansteckungsweg
HIV-Infektionen nach Ansteckungsweg (Grafik: Bundesamt für Gesundheit).

Mann und Frau

a) Der Frauenanteil blieb seit 1985 relativ stabil und ist heute auf dem gleichen Niveau wie vor fast 30 Jahren.
b) Die Anzahl der infizierten Männer sank dagegen rapide von über 2000 auf heute knapp 500 Betroffene.
c) Bei einem Viertel der HIV-Diagnosen im Jahr 2012 waren Frauen betroffen, insgesamt 155

HIV-Infektionen nach Geschlecht
HIV-Infektionen nach Geschlecht (Grafik: Bundesamt für Gesundheit).

Autor: Reto Vogt