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19. August 2013

Hilfe aus dem Kräutergarten

Falls im entscheidenden Moment die passende Tablette in der Apotheke fehlt, lindert womöglich ein simples Hausmittel die Schmerzen. Migrosmagazin.ch zeigt die zehn besten Tipps.

Hausmittel
In Küche und Kräutergarten finden Sie schnell Tablettenersatz (Bild: Fotolia).

«Trinke Tee oder Milch mit Honig, und schon bald gehts wieder besser!» Der Klassiker unter den Hausmitteln gegen Erkältung hat schon vielen Menschen geholfen. Aber es gibt zumindest für kleinere Verletzungen und harmlose Krankheiten noch mehr aus dem Kräutergarten, das erste Hilfe leisten kann. Aber auch bei Naturheilung bzw. Hausmitteln gilt: Zeigt sich spätestens nach einer Woche keine Heilungstendenz, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Das empfiehlt Daniel Wechsler, Apotheker bei der Dropa-Apotheke in Bern, im Interview .

Helfende Hausmittel

Wenn die gewohnte Medizin in der Hausapotheke fehlt, wirkt vielleicht eines der folgenden Hausmittel. Die besten Helfer aus Küche und Kräutergarten für zehn häufige Wehwehchen:

1. Verbrennung

Bei jeder Verbrennung ist schnelles Handeln wichtig. Die betroffene Stelle sollte umgehend und während mehrerer Minuten mit kaltem Leitungswasser gekühlt werden. Um die Schmerzen zu lindern, können Betroffene Naturjoghurt oder Quark auftragen oder eine frische Zwiebelscheibe auflegen, wenn die Brandblase nicht schon offen ist. Ausdrücklich schädlich sind dagegen Mehl, Butter oder Öl.

2. Schnittwunden

Bei kleinen Schnittwunden empfiehlt sich, diese mit warmem Wasser auszuspülen. Um die Heilung zu fördern, über Nacht naturbelassenen Honig, der bei der Herstellung nicht erhitzt wurde, auftragen und mit einem Pflaster abdecken. Die klebrige Masse besitzt antibakterielle Wirkung und fördert die Wundheilung. Wer nur sterilen Honig nutzen will, kann ein spezielles medizinisches Produkt kaufen, das aber deutlich teurer ist als herkömmlicher Honig.

3. Prellungen

Kühlen Sie die betroffene Stelle nach dem Unfall mit Eis oder kaltem Wasser, um Schwellungen zu verhindern. Zur kurzfristigen Behandlung von Prellungen nützt ausserdem Essig. Für eine schnellere Heilung tränken Sie ein Tuch in Wasser und Essig und legen es auf die betroffene Stelle. Abschwellend wirkt ausserdem Arnika-Tinktur.

4. Husten

Viel Wasser und Tee trinken hilft gegen Husten. Gute Hausmittel, um weiter entgegenzuwirken, sind Zwiebeln und Kartoffeln. Erstere in kleine Stücke schneiden und aufkochen. Anschliessend durch ein Sieb in eine Tasse giessen, mit Zucker oder Honig süssen und trinken. Alternativ dazu geschwellte Kartoffeln auf einem Tuch zerdrücken, einwickeln, während einer halben Stunde auf die Brust legen und einwirken lassen.

5. Fieber

Höheres Fieber, ab 39 Grad, muss gesenkt werden. Eine gute Methode dazu sind kalte Wadenwickel: Tauchen Sie ein Tuch in kaltes Wasser und wringen Sie es leicht aus. Wickeln Sie es um Ihre Waden und legen Sie ein trockenes Tuch darum. Wenn es Ihre Wärme aufgenommen hat, Prozedur wiederholen, falls das Fieber nicht gesunken ist. Dazu viel warmen Tee trinken. Wenn keine Besserung auftritt, unbedingt den Arzt aufsuchen.

6. Insektenstiche

Nach einem Insektenstich gibt es verschiedene Methoden, um die betroffene Stelle zu behandeln. Mögliche heilende Hausmittel sind zum Beispiel aufgeschnittene Zwiebeln oder Zitronen sowie Quarkkompressen, Petersilienblätter, Knoblauch oder nasse Teebeutel … Probieren Sie am besten aus, worauf Ihr Körper am besten reagiert, um den Juckreiz zu unterbinden.

7. Sonnenbrand

Ähnlich wie bei Verbrennungen muss die Haut bei einem Sonnenbrand gekühlt werden. Als erste Hilfe empfiehlt sich Joghurt: Bestreichen Sie damit die gerötete Haut. Das entspannt und mindert die Schmerzen. Nach einer Dreiviertelstunde gründlich abwaschen. Alternativ dazu empfehlen sich zur Kühlung Tomaten- oder Gurkenscheiben und Zitronensaft.

8. Grippesymptome

Gegen Erkältungssymptome hilft zum Beispiel ein Fussbad in heissem Wasser. Wenn die Nase läuft, kann diese ausserdem mit einer Kochsalzlösung gespült werden. Bekämpfen Sie die entstehende Grippe ausserdem mit Meerrettich: Dazu reiben Sie von einer Wurzel etwas ab und essen es beispielsweise mit einem Stück Brot oder mit etwas Honig.

9. Ohrenschmerzen

Zu den bekanntesten Hausmitteln gegen Ohrenschmerzen zählt die Zwiebel. Möglich sind verschiedene Anwendungen: Entweder fein zerhacken und mit einem Stück Verbandsstoff oder Pflaster direkt hinter dem Ohr anbringen und eine halbe Stunde einwirken lassen. Alternativ durch eine Knoblauchpresse drücken, in eine Pipette abfüllen und direkt ins Ohr träufeln.

10. Kopfweh

Gegen starkes Kopfweh hilft viel Wasser zu trinken. Bei einigen Menschen nützt eine Tasse Kaffee mit einem Spritzer Zitrone versetzt. Ein bewährtes Mittel ist ausserdem Pfefferminzöl, das man verdünnt auf die Schläfen reibt.

Und zum Schluss

Wenn Sie einfach nur PECH hatten: Pause, Eis, Compression, Hochlagern

Autor: Reto Vogt