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17. November 2014

Hilfe aus dem Netz

Die moderne Nachbarschaftshilfe organisiert sich im Internet. Dort lassen sich nicht nur Waren tauschen, sondern auch unliebsame oder nicht zu bewältigende Arbeiten loswerden. Schliesslich leben nicht alle in einer grossen WG die die Porträtierten rechts («Zwölfer-WG ohne Regeln»).

Via Internet organisiert sich die moderne Nachbarschaftshilfe
Via Internet organisiert sich die moderne Nachbarschaftshilfe (Bild: Getty Images).
Airbnb
Airbnb

Airbnb
Teilen Sie Ihr zu Hause! Wenn Sie in die Ferien fahren oder wegen einer Geschäftsreise längere Zeit im Ausland sind, können Sie mit Airbnb Hotelier werden und Ihre Wohnug untervermieten. Das geht ganz einfach, auf Wunsch schickt der Anbieter sogar einen Fotografen vorbei, um Ihr zuhause im besten Licht zu zeigen. Allerdings empfiehlt es sich, vorher den Vermieter um Erlaubnis nazufragen.

Bring Bee
Bring Bee

Bring Bee
Schonen Sie die Umwelt! «Bring Bees» stellen ihr Auto für schwere Einkäufe zur Verfügung. Sie tragen in ihrem Onlineprofil ein, dass ein Besuch beim schwedischen Möbelhändler ansteht und das Auto mit den Einkäufen nur zur Hälfte gefüllt wird. Wer zur gleichen Zeit vom gleichen Händler etwas braucht, kann sich anschliessen und die gewünschte Ware gegen eine Gebühr von der registrierten «Bring Bee» nach Hause bringen lassen.

Bring u Nimm
Bring u Nimm

Bring und Nimm
Die Idee ist simpel, aber bestechend: Über die Stadt Basel verteilt stehen Tauschkästen. Jeder darf dort zu bestimmten Zeiten etwas bringen, und im Gegenzug einen anderen Gegenstand mitnehmen. Ausserdem findet laut der Webseite der Organisatoren jede Woche eine Tauschbörse in der städtischen «Markthalle zum Nachtmarkt» statt, wo sich Gleichgesinnte treffen, ihre Schätze tauschen und gemeinsam liegen gebliebene DVDs anzuschauen.

Busuu
Busuu

Busuu
Zu Hause am Computer sitzend eine neue Sprache lernen. Möglich macht das Busuu, eine Onlineplattform, die Menschen mit Freude an Sprachen zusammenführt. Grundidee des Konzepts ist es, dass sich Muttersprachler gegenseitig helfen, ihr Idiom zu lernen. Sei es bei einer spontanen Diskussion via Webcam, indem sie sich gegenseitig Korrespondenz in der fremden Sprache korrigieren, oder dass sie Tipps für die nächsten Ferien geben.

Mila
Mila

Mila
Kein handwerkliches Talent, und eine Lampe muss montiert werden? Der PC stürzt immer ab, und jemand sollte ihn endlich reparieren? Die Anleitung zum Möbelzusammenschrauben ist mal wieder zu kompliziert formuliert, und der Schrank zerfällt immer wieder in seine Einzelteile? Kein Problem: Bei Mila findet sich in der nahen Umgebung bestimmt jemand, der Ihre Probleme für einen kleinen Lohn löst. So jemand wie Thomas Philipp .

Mitfahrgelegenheit
Mitfahrgelegenheit

Mitfahrgelegenheit
Warum allein im Auto reisen, wenns auch zu zweit geht? Wer Mitfahrgelegenheiten anbietet oder sucht, schont die Umwelt. Die zwei grössten Plattformen in der Schweiz heissen Mitfahrgelegenheit.ch und Karzoo.ch . Beide funktionieren identisch: Es geht darum, entweder einen Fahrer für eine bestimmte Strecke zu suchen oder selbst eine Fahrt von A nach B einzutragen. Es ist üblich, als Gegenleistung in etwa den Spritkostenanteil zu verlangen.

Pumpi pumpe
Pumpi pumpe

Pumpi pumpe
Bohrmaschine, Tischtennisschläger, Feldstecher, Bananenkisten: In jedem Haushalt befinden sich Gegenstände, die man nur unregelmässig braucht. Handkehrum wäre man froh, nur für den Einmalgebrauch kein neues Gerät anschaffen zu müssen. Warum sich also nicht gegenseitig helfen? So einfach gehts: Auf der Website Sticker mit dem Motiv bestellen, das man zu verleihen hat, und an den Briefkasten kleben. Jetzt dauert es sicher nicht mehr lange, bis die ersten Nachbarn klingeln.

Rent a Rentner
Rent a Rentner

Rent a Rentner
«Mieten Sie einen alten Sack!» So lautet der provokativ und frech formulierte Slogan von Rent-a-Rentner.ch. Auf der Plattform können sich Rentner registrieren, und ihr über Jahre hinweg gelerntes Handwerk anbieten. Interessierte Privatpersonen oder Firmen, die auf der Suche nach erfahrenen Hilfskräften sind, suchen den für ihre Bedürfnisse passenden Mann oder die passende Frau und stellen den direkten Kontakt her. Terminvereinbarung und Preisvorstellungen sind Sache der Parteien.

Sharely
Sharely

Sharely
Mieten statt kaufen! Rucksäcke, Zelte, Fahrräder oder Schneeschuhe: Wer für kurze Zeit einen Gegenstand oder ein Werkzeug braucht, kann diesen auf dieser Plattform für wenige Franken mieten. Alternativ dazu können Sie unregelmässig benützte Sachen vermieten und etwas Taschengeld verdienen. Der Vorteil gegenüber Pumpi pumpe (siehe oben) ist, dass Sharely nicht nur Nachbarn anspricht, sondern Personen, die nach einem konkreten Gegenstand suchen. Nach einem ganz ähnlichem Prinzip funktioniert Shrebo .

Sharoo
Sharoo

Sharoo
Steht Ihr Auto oft leer? Oder haben Sie keins und müssen kurzfristig einen Wagen organisieren? Sharoo ist eine Carsharing-Plattform auf privater Basis. Zur Prüfung des hinterlegten Onlineprofils verlangt der Anbieter die Kopie Ihres gültigen Führerscheins und eine Kreditkarte. Vermieter bauen in Ihren Fahrzeugen das Sharoo-Access-Kit ein, so dass Mieter das Fahrzeug mit ihrem Smartphone öffnen können. Diese bezahlen einen frei definierbaren Mietzins, einen Versicherungsschutz, und bei verspäteter Rückkehr, nicht gemeldeten Schäden etc. eine Busse.

Walk in Closet
Walk in Closet

Walk in Closet

Badener, Basler, Berner und Winterthurer aufgepasst: Bis im Sommer finden in den vier genannten Regionen «Walk in Closets» statt. Das sind Kleidertauschbörsen, bei denen nicht mehr gebrauchte Klamotten mitgebracht und gegen neue, coole Sachen zum Anziehen getauscht werden können. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Denken junger Menschen für lokales Handeln zu schärfen und über ihren Kleiderkonsum zu reflektieren.

Autor: Reto Vogt